Interview mit Kilian Hallweger | Red Bull X-ALPS Team GER 2

Die Red Bull X-Alps 2019 sind nunmehr Geschichte. Die Athleten haben sich körperlich weitestgehend von den Strapazen des Rennens erholt. Es kehrt wieder Alltag im Fliegerleben ein – sowohl bei den Athleten als auch bei den tausenden von begeisterten Hobbypiloten bzw. all den sonstigen Zuschauern, die entweder live an den einzelnen Turnpoints oder via Lifetracking im Internet dieses grandiose Spektakel verfolgen konnten.

Die Bilder vor dem geistigen Auge und die damit verbundenen emotionalen Eindrücke hingegen dürften bei den meisten Athleten noch eine ganze Weile nachwirken. Der ideale Zeitpunkt also für mich, „Backstage“ zu gehen und einmal hinter die Kulissen dieses Adventure-Race zu blicken. Denn wenn die X-Alps eines mit Sicherheit nicht sind, dann eine Veranstaltung für Egomanen und Einzelkämpfer. Ohne professionelles Team geht es auf dem heutigen Level nicht mehr. Weder bei der Vorbereitung, noch während des eigentlich Rennens. Vor allem dann nicht, wenn man als Athlet auf eine der vorderen Platzierungen schielt. Ja, und wie das bei solchen sportlichen Megaevents so ist: Abenteuer und Heldentaten spielen sich oft gerade auch abseits des öffentlichen bzw. medialen Hauptfocus‘ ab.

In diesem Kontext konnte ich mit Kilian Hallweger sprechen. Kilian, selbst Gleitschirm-Abenteurer und begnadeter Pilot, gehörte bei den Red Bull X-Alps zum Team GER 2 und war teamintern als Supporter des deutschen Teilnehmers Markus Anders tätig.

Hautnahe Einblicke in die Red Bull X-Alps 2019 – viel Spaß beim Lesen! Eine Auswahl an Fotos findet ihr am Ende des Interviews.

liftuup: Hallo Kilian. Schön, dass du dir für mich und meine Blog-Leser Zeit nimmst für ein kurzes  Interview. Die wichtigste Frage vorneweg: wie
geht es dir und deinem Team-Buddy Markus. Habt ihr euch vollständig von den Strapazen des Rennes erholt?

Kilian: Uns geht es beiden wieder gut, danke der Nachfrage. Wir haben uns nach den körperlichen Strapazen der X-Alps wieder sehr gut erholt. Markus hat sich ja mittlerweile schon wieder ins nächste Abenteuer gestürzt. Er ist für einen Biwak-Trip in den Himalaya gereist. Ich selbst lasse es derzeit ein bisschen chilliger angehen. Ursprünglich wollte ich auch noch verreisen, aber du weißt ja, Zeit und Geld (lacht). Außerdem hatte ich das Gefühl, nach den X-Alps eine kleine Pause zu brauchen. Irgendwie ist es in letzter Zeit dann doch etwas zu viel „Gleitschirm“ gewesen – selber viel fliegen, dazu das ganze Planen und Organisieren vor und während der X-Alps. Ich hatte mir jetzt einfach mal einen Monat Pause von der Gleitschirmfliegerei gegönnt. Das tat gut!

 

liftuup: Erzähle uns doch mal zunächst etwas über dich und deine fliegerische Laufbahn. Wie und wann kamst du zum Gleitschirmfliegen?

Kilian: Ich wohne ziemlich nahe an den Alpen und habe daher oft die umherfliegenden Gleitschirmflieger beobachtet. Das hat mich immer fasziniert und ich hatte irgendwann den Wunsch, das Ganze mal selbst auszuprobieren. Meine damalige Freundin hat mir dann einen Schnupperkurs geschenkt und als ich dabei dann auch mal abheben konnte, war es um mich geschehen.  Von da an hat sich fortan mein ganzes Leben nur noch um die Gleitschirmfliegerei gedreht. Die Pilotenausbildung habe ich letztendlich 2014/2015 absolviert.

 

liftuup: Wie sieht deine Fliegerei heutzutage aus? Was sind deine bevorzugten „Spielarten“ beim Gleitschirmfliegen? Wieviel Airtime verbuchst du so durchschnittlich pro Jahr?

Kilian: Meine Fliegerei schaut heutzutage so aus, dass ich relativ viel am Streckenfliegen bin – das heißt, ich bin eigentlich an jedem guten Tag unterwegs. Egal ob Nord- oder Südalpen – sobald sich ein Hammertag abzeichnet, stehe ich am Start. Zum Üben bzw. Spielen bevorzuge ich ehrlich gesagt kleine Soaringkanten. Da kann man, wenn der Wind laminar ansteht, schön nahe am Gelände fliegen. Dabei lernt man super viel. Insgesamt komme ich in etwa auf 250-300 Stunden Airtime pro Jahr.

 

liftuup: Betreibst du neben dem Gleitschirmfliegen noch weitere Sportarten?

Kilian: Ja, ich betreibe auch noch andere Sportarten. Am meisten mache ich aber doch Hike and Fly. Wenn ich am Berg bin, habe ich normalerweise auch immer einen Gleitschirm dabei. Wenn es nicht zum Fliegen geht, dann gehe ich normalerweise auch nicht rauf auf den Berg – das ist so das Manko (lacht). Neben dem Gleitschirmfliegen spiele ich zurzeit auch noch Golf. Ich habe schon in früheren Jahren Golf gespielt und habe nun nach längerer Pause wieder damit angefangen. Das macht mir momentan so richtig bock.

 

liftuup: Bleibt da überhaupt noch Zeit für Studium oder Beruf? Also mein Tag hat nur 24 Stunden 😉

Kilian: Zeit für Studium oder Beruf bleibt nicht wirklich – gerade im Jahr der X-Alps würde sich das zeitlich nicht ausgehen. Bei den diesjährigen X-Alps sind wir ab Januar in die Vorbereitungsphase gestartet. Da waren wir, vor allem aber natürlich der Markus, so stark gefordert und eingespannt, das eigentlich für nichts anderes Zeit blieb. Ansonsten ist es bei Markus und mir so, dass wir beide auf 20-Stunden-Basis arbeiten und das restliche Auskommen mit Tandemfliegen oder sonstigen Aufträgen bestreiten. Das funktioniert eigentlich ganz gut.

 

liftuup: Kommen wir nun konkret auf die Red Bull X-Alps zu sprechen. Zunächst ganz grundlegend: Wie wird man denn eigentlich zum X-Alps-Teilnehmer? Wie läuft das mit der Bewerbung als Athlet? Nach welchen Kriterien wird dann entschieden?

Kilian: Man sollte vor einer Bewerbung zum X-Alps Athleten schon an einigen Rennen, v. a. an Hike & Fly Rennen, teilgenommen haben. Da gibt es z. B. die Bordairrace-Serie, das Dolomiti Superfly, die X-Pyrs und viele weitere. Bezüglich der eigentlichen Bewerbung läuft das dann so ab, dass man seine gesammelten Erfolge und seine persönlichen Statistiken etc. an Red Bull sendet und sich somit bewirbt. Was man bei Red Bull eben in der Gesamtschau sehen möchte, ist der Abenteuercharakter, der Abenteuergeist des Bewerbers.

 

liftuup: Sieht man sich auf den einschlägigen OLC Servern um, so wird eines schnell klar: Gute XC Piloten gibt es viele. Was zeichnet denn einen Piloten aus, der bei den X-Alps teilnehmen bzw. dann im Race auch erfolgreich sein will?

Kilian: Ja, gute XC Piloten gibt es wirklich viele. Ich meine, an einem guten Streckentag kann jeder weit fliegen; und wenn man in der Saison alle guten Streckentage mitnimmt, dann steht man am Ende recht weit oben im Ranking. Die X-Alps sind aber wirklich etwas komplett anderes. In diesem Rennen musst du auch bei schlechten Bedingungen das Maximale rausholen. Das ist die Schwierigkeit bei den X-Alps – du musst auch an eher schlechten bzw. suboptimalen Tagen in der Lage sein, weit zu fliegen. Das macht am Ende den entscheidenden Unterschied aus.

 

liftuup: Wie würdest du die folgenden Eigenschaften eines X-Alps Piloten nach Wichtigkeit beurteilen (Angabe in Prozent):

a. fliegerische Skills ||  b. körperliche Fitness  ||  c. mentale Stärke

Kilian: Schwierig zu sagen, ich würde in einem Ranking die mentale Stärke wohl am höchsten ansetzen. Die fliegerischen Skills auf Platz zwei und danach die körperliche Fitness. Also:

a: 35 || b: 25 % || c: 40 %

Nicht falsch verstehen, das Rennen ist schon richtig krass anstrengend und die körperliche Fitness ist nicht zu unterschätzen – aber das Meiste holt man dann doch mit der mentalen Stärke und dem fliegerischen Können heraus!

 

liftuup: Welche Bedeutung kommt deiner Meinung nach dem Team eines Athleten zu? Kann man die X-Apls als Teamwettkampf betrachten oder ist das Race doch eher eine Einzelleistung?

Kilian: Das Team eines jeden Athleten ist ausschlaggebend für die Gesamtleistung. Der Athlet sollte dabei so wenig wie möglich im Kopf haben, bzw. sich um nichts außen herum kümmern müssen. Er soll einfach nur losgehen, fliegen, essen, laufen, schlafen. Darin liegt die größte Bedeutung des Teams: dem Athleten komplett den Rücken frei zu halten. Ein gutes Team sorgt dafür, dass alles rund läuft, dass alles gut vorbereitet ist. Ist zum Beispiel abzusehen, dass der Athlet demnächst irgendwo landet, dann sollte dort schon jemand vom Team stehen, der ihn dann direkt mit Essen und Trinken versorgt, evtl. Wechselklamotten bereithält, etc. Das Team sollte im Idealfall immer zwei bis drei Schritte voraus sein. Das gestaltet sich in der Realität oftmals relativ schwierig. Eine erfolgreiche Teilnahme bei den X-Alps ist also definitiv keine reine Einzelleistung sondern das Ergebnis eines super funktionierenden Teams.

 

liftuup: Aus wie vielen Personen besteht so ein Team. Ist das offiziell reglementiert?

Kilian: Offiziell reglementiert ist die Größe eines Teams nicht. Das Team kann daher beliebig groß sein. Ich habe darüber mal mit Simon Oberauner gesprochen. Er hatte in der vorherigen X-Alps Ausgabe ein eher großes Team. Beim diesjährigen Rennen hat er es wieder verkleinert. Ich persönlich  sehe mehr Vorteile in einem kleinen Team. Unser Team GER 2 bestand insgesamt aus 5 Personen mit konkreter Aufgabenverteilung. Athlet/ Pilot, Supporter, Planungshelfer, Physio, Koch. Konkret waren das: Markus Anders, Thomas Schaible, Giovanni Gallizia, Nina Lehner und meine Wenigkeit.

 

liftuup: Wie wurdest du zum Supporter von Markus Anders? Wie fing das alles an?  

Kilian: Markus Supporter bin ich in erster Linie geworden, weil wir beide sehr gut miteinander befreundet sind. Wir haben uns 2015 oder 2016, das Jahr kann ich gar nicht mehr genau sagen, bei der DHV Newcomer Challenge Serie kennengelernt. Wir haben uns auf Anhieb sehr gut verstanden und sind viel miteinander geflogen. Das Ganze hat sich einfach super entwickelt. Für uns war dann eigentlich auch recht schnell klar, dass wir uns gegenseitig helfen, sofern einer von uns bei den X-Alps teilnehmen wird.

 

liftuup: Im Nachhinein betrachtet: War dir damals so richtig klar, was da im Gesamten auf dich zukommen wird?

Kilian: Nein, mir war im Voraus nicht ganz klar, was da wirklich alles auf mich zukommt. Die ganze Planung, die Organisation und auch das Rennen selbst – da wird man schon an seine Grenzen getrieben. Aber natürlich war das alles auch eine richtig geile Erfahrung und hat mega Spaß gemacht.

 

liftuup: Eine Frage, die mich ganz besonders interessiert: Wie bereitet man sich auf diese schier  unmenschliche Herausforderung vor? Hattest du einen fixen Trainingsplan? Und wenn ja, kannst du uns da mal einen kleinen Einblick geben?

Kilian: Ich bin öfters mal Markus Trainingsplan mitgegangen. Das Training enthielt viel Bouldern, Berggehen und Laufen. Aber als es dann wirklich ins Detail gegangen ist, habe ich mehr Zeit mit der Planung und Gesamtkoordination als mit dem Training verbracht.

 

liftuup: Gab es im Team GER 2 auch eine spezifische fliegerische Vorbereitung? Geländeerkundung? Befliegen und Testen möglicher Routen?

Kilian: Wir haben den Abschnitt in Frankreich abgefahren und teils auch abgeflogen. Das war so die Ecke um Chamonix und weiter bis Monaco runter. Die restlichen Streckenabschnitte kannten wir eigentlich schon ganz gut aus früheren Flügen.

 

liftuup: Die X-Alps 2019 waren meiner Wahrnehmung nach stärker als je zuvor von Sponsoring und Werbung geprägt. Klar, solch ein Event ist gerade für die Gleitschirmbranche, aber natürlich auch für die namhaften Outdoor-Ausrüster und den regionalen Tourismus, eine riesige Plattform, die ungeahnte Reichweite generieren kann. Wie war das im Team GER 02. Wer waren eure Sponsoren und wie sieht dann solch ein Sponsoring konkret aus? Geht es überhaupt noch ohne?

Kilian: Ohne Sponsoren geht es wirklich nicht. Es ist einfach eine Unmenge an Geld, die da zusammenkommt. Also im Großen und Ganzen sind das eine Vielzahl an Kleinbeträgen, die sich letztendlich zu einer beachtlichen Summe addieren. Darunter zum Beispiel Dinge wie diverse Schuhe, die Automiete, das ganze Benzin, etc. Da ist man dann um jedes Sponsoring froh. Unsere Hauptsponsoren waren AM-Computersysteme, Skywalk Paragliders, Flugschule Luftikus, Condition Steigenberger, Privatbrauerei Schnitzelbaumer und Summermobil (s. auch am Ende des Interviews).

 

liftuup: Kommen wir auf das eigentliche Event, das Rennen an sich, zu sprechen. Zunächst euer Fazit: seid ihr mit eurer Leistung und dem erreichten Ergebnis zufrieden?

Kilian: Wenn wir als Team ein Fazit ziehen, dann sehen wir darin unsere Gesamtleistung schon auf einem recht guten Niveau. Wir hätten das Ganze natürlich noch mehr ausreizen können und unsere Krafteinteilung war nicht ganz optimal. Auch sind uns einige Planungsfehler unterlaufen. Die diesjährigen X-Alps waren für uns eher ein Rennen zum Lernen. Bei der kommenden Ausgabe wollen wir dann mehr attackieren (lacht).

 

liftuup: Welche Taktik hattet ihr euch vor dem Race-Start zurechtgelegt? Was ging auf? Was hätte besser laufen können?

Kilian: Unsere Strategie sah zunächst einmal vor, dass wir uns eigentlich ziemlich auf uns selbst verlassen und dabei nicht allzu sehr auf die anderen schauen wollten. Um dies zu ermöglichen, hatten wir jeden einzelnen Routenabschnitt detailliert vorgeplant. Aber wie das bei diesem Event nach Rennstart eben so ist: Der Chrigel fliegt straight voraus und alle fliegen hinterher. Und schneller als man sich versieht, wirft man seinen eigenen Plan über den Haufen. Da denkt man dann schnell: Die anderen Piloten bzw. Teams wissen mehr als wir oder können es besser. Man lässt sich dabei schnell verleiten, den anderen zu folgen. Klappt das dann nicht, steht man auf einmal ohne Plan da und muss improvisieren. Daraus haben wir in den ersten beiden Renntagen viel gelernt. Im Anschluss haben wir uns wieder mehr auf unser eigenes Können und unseren ursprünglichen Plan besonnen.

 

liftuup: Was genau war deine Funktion im Race als Supporter? Wie sah dein tägliches Doing und dein Tagesablauf aus?

Kilian: Meine Funktion als Supporter war die Gesamtkoordination des Teams, die Planung und Strukturierung. Mein tägliches Doing sah so aus, dass ich gegen 04:00 – 04.30 Uhr aufgestanden bin und schon mal alles vorbereitet habe. So konnte Markus etwas länger schlafen. Es stand dann alles schon bereit, wenn Markus gegen 04:50 Uhr aufstand und er konnte gleich essen und sich anziehen. Wir haben die Morgenroutine gut im Team aufgeteilt: Essen und Kleidung richten, alle Sachen für den Tag packen. Tagsüber bin ich dann entweder selbst gefahren oder ich war Beifahrer. Als Beifahrer habe ich das Wettergeschehen und das Livetracking verfolgt und habe erforderlichenfalls unsere Taktik nachjustiert.

 

liftuup: Wieviel bist du selbst gehiked und geflogen?

Kilian: Selbst gehiked bin ich vielleicht so 20 Prozent von dem, was Markus absolviert hat. Das waren in etwa so 1000 – 1500 Höhenmeter pro Tag auf ca. 10 – 15 km Strecke. Selbst geflogen bin ich tastsächlich nur einmal. Das war in der Gegend um St.-Hilaire.

 

liftuup: Was war dein schönster Moment im Rennen?

Kilian: Mein schönster Moment im Rennen war der Abschnitt von der Zugspitze bis zum Kronplatz. Das war ein richtig geiler Tag für uns und wir konnten recht viel Strecke aufholen. Wir hatten den Tag im Voraus so geplant, dass Markus die gesamte Strecke fliegend zurücklegt. Wir hatten also beide Autos auf der der Nord-Alpenseite stehen lassen, weil wir davon ausgingen, dass es Markus sowieso wieder zurück schafft. Wegen einem aufziehenden Gewitter um den Kronplatz gestaltete sich das Ganze dann aber doch nicht so leicht. Letztendlich ist Markus am Hauptkamm eingelandet, stieg 500 Höhenmeter auf und Flog dann auf der Nordseite wieder runter. Der Plan ging am Ende also auf. Ein genialer Tag.

 

liftuup: Gab es für dich auch beängstigende Situationen? Hast du dich das eine oder andere mal in einem Grenzbereich bewegt? Wie ging das Team mit Risiko um?

Kilian: Ich selbst war keinem Risiko ausgesetzt. Ich machte mir da eher Sorgen um Markus. Er war ab einem gewissen Zeitpunkt des Rennens in so einem Tunnel und hat darin nicht mehr alles um sich herum so hundert prozentig genau realisiert. Da mussten wir dann ab und an mal die Bremse für Markus reinhauen.

 

liftuup: Welche Rolle spielen Glück bzw. Zufall in solch einem mehrtägigen, von den jeweiligen regionalen Wetterbedingungen bestimmten Rennen?

Kilian: Man spricht gerne von Glück und Zufall. Aber ich persönlich denke es ist weder Glück noch Zufall, dass am Ende immer der Chrigel gewinnt und als erster auf dem Floß landet – und das meistens auch noch mit so einem großen Vorsprung. Man kann schon mal Glück haben, zum Beispiel beim lokalen Wettergeschehen, was einen dann ein paar Plätze nach vorne katapultiert. Aber über die gesamte Race-Distanz macht Glück nicht wirklich viel aus.

 

liftuup: Hand auf’s Herz. Waren die X-Alps 2019 der Startschuss für deine eigene Bewerbung als Athlet bzw. als Hauptakteur bei den X-Alps 2021?

Kilian: Mir war klar, dass ich das Projekt X-Alps 2019 zusammen mit Markus mache und dass ich ihn bei seiner Teilnahme bestmöglich unterstütze. Ich konnte das diesjährige Rennen für mich auch dazu nutzen, die Eventlogistik, das eigentliche Renngeschehen und den Medienrummel drum herum kennenzulernen bzw. hautnah mitzuerleben. Ich konnte live erleben, wieviel Anstrengung und Stress eine eigene Teilnahme bedeutet, welchen Aufwand man dafür betreiben und wie viel Zeit man investieren muss, vor allem als Athlet. Es wäre eine riesige Herausforderung für mich und ich habe richtig bock darauf, irgendwann selbst dieses Abenteuer zu bestreiten. Wann das aber genau sein wird, kann ich noch nicht sagen.

 

liftuup: Von den X-Alps abgesehen – welche fliegerischen Pläne schmiedet Kilian Hallweger für die Zukunft? Ziele, Träume, Wünsche?

Kilian: Ich will wieder mehr sehen – das heißt, nicht auf Teufel komm raus Kilometer für die OLC-Wertung schrubben, sondern wieder mehr das leidenschaftliche, emotionale Fliegen in den Vordergrund stellen. Ich möchte diesen tollen Sport wieder mehr genießen, langsam machen, auf den Berg gehen, biwakieren, etc. Also insgesamt weniger kompetitiv unterwegs und sein und demnach nicht an jedem Hammertag an die bekannten Hot-Spots hetzen.

 

liftuup: Meine Leser und ich bedanken uns ganz herzlich bei dir für das informative Interview! Wir wünschen dir weiterhin zahlreiche fantastische Momente in der Luft und stets unfallfreie Flüge!









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