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Plauderecke #07 | heute: Thomas Hofbauer

Bordairrace – Rennen, Abenteuer und Community zugleich!

 

Seit ich 2011 mit dem Gleitschirmfliegen begonnen habe, bin ich von der Kombination aus „Wandern & Fliegen“ total begeistert. Wenige Tage nach Erhalt des A-Scheins ging ich meine erste kleine aber schöne Hike & Fly Tour im Tannheimer Tal: Hoch wandern, Starten, Landschaft bestaunen und voller Bilder im Kopf wieder auf den Erboden zurückkehren – ja, da wusste ich bereits: Hike & Fly, das war meins!

Jeder, der sich auch nur ein wenig mit dieser Spielart des Fliegens beschäftigt, stößt über kurz oder lang unweigerlich auch auf die in diesem Bereich namhaften und regelmäßig stattfindenden Bewerbe: Crossalps, Bordairrace, Dolomiti Superfly und natürlich die großen X-Alps – um nur einige zu nennen.

Mit Fitness und fliegerischen Skills ausgestattet, die vielleicht so im annähernd guten Mittelfeld angesiedelt sein dürften, hat es bei mir dann aber doch bis Juli 2021 gedauert, bis ich mich selbst für eine Teilnahme an einem Hike & Fly Bewerb entschieden hatte. Letztendlich hatte ich so viel Gutes und so viele Worte der Begeisterung über das Format Bordairrace gehört, dass ich mich dieser Herausforderung nicht länger entziehen wollte. Wer nichts probiert, der erlebt auch nichts!

Neben der sportlichen Herausforderung bei einem solchen Race bin ich als Blogger natürlich in erster Linie an den Menschen interessiert, die hinter den Kulissen agieren und die Durchführung eines solch erfolgreichen Events erst möglich machen. Umso erfreuter war ich, als mir der Kontakt zu einem der Race Organisatoren, Tomy Hofbauer, hergestellt wurde.
Tomy ist so eine Person, die mich irgendwie schon mein ganzes Fliegerleben lang begleitet – ob diverse Berichte in verschiedenen Online- und Printmedien oder bei der Verfolgung der X-Alps 2013 – Tomy’s Gesicht tauchte auf meinem Fiegerradar in regelmäßigen Abständen auf.

Im Vorfeld des diesjährigen Bordairrace Events in der Wildschönau war es dann so weit und ich traf den sympathischen Österreicher samt seiner Partnerin Ulli persönlich an der Bergbahn des Markbachjochs. Eine Kaffeerunde später durfte ich Tomy dann in die lifttup Plauderecke bitten und in der Folge ein Gespräch mit einem Menschen führen, dessen Ausstrahlung und dessen Worte geradezu vor Begeisterung für unseren Sport, vor allem für das Hike & Fly, sprühen.
Ich empfinde es als großes Privileg, mit Menschen wie Ulli und Tomy in Kontakt treten und ausführlich sprechen zu dürfen – dafür bin ich wahnsinnig dankbar!

Aber nun genug der Vorrede: Bühne frei für Tomy Hofbauer und die Hike & Fly Rennserie Bordairrace!

 

liftuup: Hey Tomy. Erst mal recht herzlichen Dank, dass du dir die Zeit für ein kurzes Interview nimmst. Wie geht es dir?

Tomy: Hey, sehr gerne! Mir geht es super! Wir, also meine Partnerin Ulli und ich, waren heute schon hier auf dem Hausberg, dem Markbachjoch, und konnten bereits schön Fliegen und das Gebiet ein wenig aus der Luft erkunden. Na, und jetzt freue ich mich einfach darauf, mit dir ein wenig zu sprechen.

 

liftuup: Mit meinen 10 Jahren Gleitschirmfliegen bin ich in der Szene quasi noch ein ganz junges Küken – du dagegen ein wirklich erfahrener Flughase 😉 Bereits seit den Anfängen meiner eigenen Fliegerei lese ich deinen Namen immer mal wieder beim Durchstöbern von Event- oder Reiseberichten. Gib uns doch mal einen kurzen Abriss deines eigenen, ganz persönlichen Werdegangs als Pilot.

Tomy: Ja, wie du bereits gesagt hast, bin ich doch schon recht lange in der Gleitschirmszene unterwegs – mittlerweile müssten das etwa 33 Jahre sein. So viel hat sich für mich als Pilot in der ganzen Zeit eigentlich gar nicht verändert. Das, was mich schon vor 33 Jahren so sehr am Gleitschirmfliegen faszinierte, das fasziniert mich auch heute noch daran. Angefangen hat das Ganze bei mir so, dass ich auf dem Fernsehsender ORF einen Bericht über das Gleitschirmfliegen gesehen habe. In dem Fernsehbeitrag wurde das als DIE neue Trendsportart vorgestellt, welche ihre Ursprünge in Frankreich hätte und von dort aus nun auch immer stärker zu uns nach Österreich kommen würde. Ich war von den Bildern, die ich da im Fernsehen sah, sofort gefesselt. Zu der Zeit war ich 15 Jahre alt. Ich holte mir sofort Erkundigungen ein und erfuhr, dass man in Österreich mit dem beginnenden 16 Lebensjahr seine Fluglizenz erwerben durfte. Na, und das habe ich dann auch gemacht. Naja, eigentlich ging die ganze Ausbildung nur eine Woche lang und in dieser hatten wir zudem schlechtes Wetter. Dennoch hielt ich nach der Woche stolz meinen Pilotenschein in den Händen – von irgendeinem fliegerischen Können konnte natürlich nach dieser Ausbildung nicht mal ansatzweise die Rede sein (lacht).

Da stand ich nun. Naja und zu Hause, in meiner Umgebung, kannte ich eigentlich niemanden, der zu dieser Zeit Gleitschirm flog; insgesamt gab es damals ja auch erst sehr wenige Gleitschirmpiloten. Die ersten Schritte als Freiflieger waren dann „learning-by-doing“. Naja, vielleicht auch ein bisschen „learning-by-Draufzahling“ (lacht). Aber, Gott sei Dank, ist mir in den ganzen 33 Jahren Fliegerei bis auf einige verstauchte Knöchel nie wirklich etwas Schlimmes passiert. Die für mich ganz große Faszination beim Gleitschirmfliegen ist einfach diese unglaubliche Leichtigkeit. Rauf auf den Berg gehen und dann von oben herunterfliegen. Dieses Gefühl des „Leicht-Seins“, hat sich für mich zu einer wahren Leidenschaft entwickelt – und diese Faszination, diese Leidenschaft begleitet mich seit den Anfängen bis zum heutigen Tag.

Naja, und irgendwann kamen dann die ersten Bewerbe im Bereich „Hike & Fly“ auf – da war ich als Sport begeisterter Mensch natürlich sofort dabei. Die Kombination von Ausdauersport und Fliegen packte mich von Anfang an! Die ersten Erfahrungen mit solchen Wettbewerben machte ich bei den Crossalps; das müsste jetzt auch schon wieder 15 Jahre zurückliegen.

Über die ganzen Jahre hinweg konnte ich natürlich auch die riesigen Sprünge in der Materialentwicklung miterleben. Mit den ersten Schirmgenerationen hatte man bei einer geschätzten Gleitzahl von 1:3 doch eher wenig Startoptionen. Viele Gelände waren einfach nicht steil genug, um beflogen zu werden.

Das Thema Thermik muss ich bei meiner Ausbildung in der Flugschule wohl verschlafen haben (lacht). Fliegen, das war für mich jahrelang einfach hochlaufen, starten und zwei bis drei Minuten lang abgleiten. Thermik oder Hangaufwind zur Flugverlängerung nutzen? Das hatte ich ziemlich lange so gar nicht auf dem Radar! Umso grandioser ist es heutzutage erleben zu dürfen, was wir mit unseren Fluggeräten so alles anstellen können.

copyright: T. Hofbauer

liftuupWie hat sich deine Fliegerei im Laufe der Jahre verändert? Was mochtest du früher, für was brennst du heute?

Tomy: Also, wie schon gesagt: Die Faszinationen für die Leichtigkeit beim Gleitschirmfliegen, vor allem beim Hike & Fly, ist ungebrochen groß. Hike & Fly, gerne auch in Kombination mit tollen Streckenflügen, ist für mich eine der schönsten Spielarten der Fliegerei. Was in den letzten Jahren für mich neu dazugekommen ist, ist die Begeisterung für das gemeinsame „Erleben“. Ich habe vor etwa vier Jahren meine Partnerin Ulli kennengelernt. Sie fliegt zwar auch solo, aber wir genießen es wirklich sehr, gemeinsame Hike & Fly Touren zu gehen und auch Streckenfliegen gemeinsam am Tandem zu erleben. Gerade gestern bin ich mit Ulli zusammen von meinem Hausberg, dem Schöckl, mit dem Tandem vom Grazer Bergland fast bis an den Dachstein geflogen, den höchsten Berg der Steiermark. Das waren etwa 140 Kilometer Hochgenuss am Tandem! Ich gehe natürlich auch immer noch gerne solo auf Strecke, aber das ist einfach nicht mehr das Gleiche für mich.

Auch die Bordairrace Rennen bestreiten wir seit einiger Zeit zusammen als Team. Sich zu zweit solchen Herausforderungen zu stellen und diese gemeinsam zu bestreiten, das ist schon etwas ganz Besonderes. Gerade bei den langen Fußmärschen unterstützen wir uns gegenseitig enorm. Man teilt sowohl die schönen, als auch die etwas stressigen bzw. herausfordernden Momente. Diese Komponente bei der Fliegerei wollte ich heute nicht mehr missen.

copyright: T. Hofbauer

liftuup: Heuer begegne ich dir als Mitorganisator der Hike & Fly Rennserie „Bordairrace“. Für diejenigen Leserinnen und Leser unter uns, die davon noch nichts gehört haben: Was genau ist das „Bordairrace“? Wie sind die Regeln und wie gestaltet sich der Ablauf?

Tomy: Die Regeln sind eigentlich relativ simpel. Wir durften das Regelwerk dankenswerterweise aus der ursprünglichen Rennserie, den bayrischen „Crossalps“, übernehmen. Dem Athleten steht von Start bis Finish ein Zeitfenster von 33 Stunden zur Verfügung. In diesem Zeitfenster darf sich der Athlet nur zu Fuß oder fliegend fortbewegen. Aufgabe ist es, so weit wie möglich vom Start weg und wieder ins Ziel zurückzukommen. Die Richtung, in der sich der Athlet dabei fortbewegt, ist ihm überlassen. Schlussendlich zählt für das Ranking die Luftliniendistanz zwischen Start und dem am weitesten entfernten Wendepunkt. Rechtzeitig ins Ziel zurückzukommen, also vor Ablauf der 33 Stunden, lohnt und wird mit satten Extrapunkten belohnt, wohingegen ein Nichterreichen des Ziels Punktabzug gibt. Darüber hinaus müssen 20 % der projizierten Strecke geflogen werden – ansonsten gibt es auch hier Punktabzug. An einem normalen oder mäßigen Streckenflugtag ist das Erfüllen der 20 % Vorgabe aber eigentlich kein Problem.

Jo, That’s it! In unseren Ausschreibungen zu den Rennevents kann das aber alles nochmal ausführlich nachgelesen werden.

 

liftuup: Gibt es auch verschiedene Wertungsklassen?

Tomy: Ja genau. Ganz zu Beginn des Bordairrace Formats gab es nur eine einzige Wertungsklasse. Heuer gibt es mehrere unterschiedliche Wertungsklassen. Klar, es gibt die Gesamtwertung; daneben gibt es auch noch die Fun-, Rookie, Tandem- und auch Frauenwertung. Wir sehen die verschiedenen Klasseneinteilungen als Anreiz, gerade auch für Neueinsteiger in diese Art von Rennen; oder auch für Piloten, die bewusst mit niedrig klassifizierten Schirmen unterwegs sein wollen. Und natürlich wollen wir auch gerne die Mädels für unser Format begeistern und zum zahlreichen Mitmachen animieren.

Seit etwa 4-5 Jahren gibt es sogar eine Ehrung für den „Supporter oft he Year“ und den „Bordairracer of the Year“. Hier geht es überhaupt nicht um Punkte oder Platzierungen. Nein, hier geht es ganz klar um soziale Aspekte: Kollegialität, gegenseitige Unterstützung, ja einfach um den gelebten Sportsgeist. Wir sehen und erleben während des Rennverlaufs immer wieder ganz großartige Momente. Beispielsweise versorgt der Supporter wie selbstverständlich einen anderen Athleten mit Essen und Trinken. Oder ein Athlet begleitet einen schon ermüdeten Mitkonkurrenten für ein paar Kilometer, feuert ihn an und unterstütz ihn mental. Solche Dinge sind einfach spitze und verdienen gesonderte Anerkennung. Das wollen wir mit diesen Auszeichnungen abdecken.

copyright: UP Paragliders, Bordairrace Media

copyright: Bordairrace Media

liftuup: Wie bzw. auf welchem Wege entstand denn das Format „Bordairrace“?

Tomy: Wie bereits erwähnt, ist das heutige Bordairrace aus den Crossalps hervorgegangen. Uli Straßer und ein paar weitere bekannte Piloten riefen die Crossalps damals ins Leben und daraus entwickelte sich schließlich eine ganze Rennserie, aus welcher dann letztendlich auch die sog. „Bordairline“ Bewerbe hervorgingen. Als Willi Ludwig und ich als Mitorganisator einstiegen, haben wir das Format recht schnell auf „Bordairrace“ umbenannt. Wir wollten mit dem Namen einfach keine Assoziationen zu dem Krankheitsbild wecken.

Regelwerk und Ablauf haben wir eigentlich unverändert aus dem Crossalps Format übernommen. Von Anfang an war da einfach diese Idee, das Hike & Fly mit dem Streckenfliegen zu kombinieren und in einen Wettkampf zu packen. Das fing hinsichtlich der Distanzen zunächst recht klein und überschaubar an; mittlerweile sind die Entfernungen der Wendepunkte, die durch einige der Teilnehmer bei den Rennen gesetzt werden, wirklich enorm – und sie verschieben sich von Jahr zu Jahr weiter. Als Grund dafür ist zum einen sicherlich der enorme Leistungszuwachs moderner Gleitschirmprofile zu sehen; zum anderen sind diese Leistungssprünge natürlich auch auf das spezifische Training und die insgesamt zu beobachtende Professionalisierung der Athleten zurückzuführen.

 

liftuup: Und wo steht das Event heute, viele Jahre nach seiner Entstehung? Wie wird es in der Szene wahrgenommen und wie groß ist der „Run“ darauf?

Tomy: Wir konnten in den letzten Jahren ein stetig wachsendes Starterfeld beobachten. Und der Trend hält an! Hier in der Wildschönau erleben wir wohl das erste Event, bei dem die Teilnehmerzahl die magische 100er Marke erreicht oder gar übersteigt.

Ich erinnere mich noch genau: Vor 4-5 Jahren, als Willi und ich die Race-Orga von unseren Vorgängern übernahmen, zählte das Starterfeld meistens so um die 25-30 Athleten. Seitdem stiegen die Anmeldungen und Teilnahmen kontinuierlich an, sodass wir heuer in der Regel zwischen 80-100 Athleten pro Event zählen.

Ich denke in der Gleitschirmszene, vor allem bei den Hike & Fly affinen Piloten, hat das Bordairrace schon einen recht hohen Bekanntheitsgrad und Stellenwert. Eines kann man auch ganz klar festhalten: Erfolgreiche Teilnahmen bei den Bordairrace Rennen sind zumindest innerhalb des deutschsprachigen Raums DAS Sprungbrett für die Red Bull X-Alps.

Viele Top-Athleten, die in den letzten Jahren für eine Teilnahme bei den X-Alps ausgewählt wurden, sind ehemalige Bordairrace Teilnehmer. Ich denke da beispielsweise an Simon Oberrauner, Tommy Friedrich, Markus Anders oder Sebastian Huber. Naja, oder auch an mich selbst (lacht). Ich selbst konnte 2011 und 2012 die Gesamtwertung der Bordairrace Serie gewinnen – wahrscheinlich war das auch für mich das Ticket für meine eigene Teilnahme bei den X-Alps im Jahr 2013.

copyright: Bordairrace Media

copyright: Bordairrace Media

liftuup: Wer ist neben dir noch für die Organisation des Events verantwortlich? Welcher organisatorische Aufwand steckt eigentlich „hinter den Kulissen“ eines Bordairrace Events?

Tomy: In den Anfängen haben Petra und Jochen Vorderegger von der Firma „Biotech Energietechnik GmbH“ die Bordairrace Rennen organisiert. Die beiden sind nach wie vor sehr aktiv und engagiert in der Gleitschirmszene. Mit den ganzen Verpflichtungen der Firma im Rücken war den beiden aber irgendwann der organisatorische Aufwand für die Events zu viel und es wurde ein Nachfolger gesucht. Willi und ich bekamen das dann mit und wir boten den beiden an, dass wir die Orga gerne weiterführen würden. Petra zeigte sich dann auch recht schnell damit einverstanden, ihr „Baby“ in unsere Hände zu geben. Ich denke wir konnten sie ganz gut davon überzeugen, dass wir das Format „Bordairrace“ mit ganz viel Energie, Engagement und Herzblut weiterführen würden. Die erste Zeit nach der Orga-Übernahme war wirklich viel zu machen. Es musste eine Homepage samt Anmeldesystem aufgesetzt werden. Wir haben die ganze Website quasi von null an aufgebaut; wobei dabei natürlich gesagt werden muss, dass wir ganz viele tolle engagierte Helfer und Unterstützer hatten.

Mittlerweile hat sich alles eingespielt und die Abläufe und Strukturen sind klar, sodass sich der gesamte organisatorische Aufwand in Grenzen hält. Dazu kommt, dass Willi und ich ganz gut arbeitsteilig vorgehen: Willi ist für den Bewerb vor Ort zuständig. Er führt u. a. die Gespräche mit dem Veranstalter und betreut auch unser Auswertesystem für das Ranking.

Meine Parts sind vorwiegend die Homepage samt Anmeldemanagement und die Sponsorenbetreuung. Gerade das Thema Sponsoren und Sponsorengewinnung hat zwischenzeitlich stark an Bedeutung gewonnen. Wie bei vielen anderen Events, so geht auch bei den Bordairrace Rennen ohne Sponsoren einfach nichts. Mit den Sponsorengeldern können gut unsere Ausgaben für das Event decken und wir können den Athleten wirklich tolle Siegerpreise bieten. Was Letzteres betrifft, brauchen wir uns vor keinem anderen Bewerb der Gleitschirmszene zu verstecken. Darauf sind wir wirklich stolz und wir wollen das auch gerne so beibehalten.

Den organisatorischen Gesamtaufwand zeitlich abzuschätzen ist schwierig. Es sind bestimmt einige 100 Stunde pro Jahr (lacht). Ich sehe das aber nicht wirklich als Arbeit an. Es macht einfach unheimlich Spaß. Wir verdienen daran nichts – unseren Lohn erhalten wir dann bei den Bewerben. Wenn beim Zieleinlauf alle happy sind und wir vor Freude strahlende Gesichter sehen, dann geht uns das Herz auf und wir wissen wieder, dass sich jede Minute an zeitlicher Investition gelohnt hat.

 

liftuup: Die Austragungsorte sind wechselnd; pro Event ist meistens eine lokale Flugschule eingebunden. Wie läuft das ab? Kannst du dazu ein paar Worte verlieren?

Tomy: Ja, gerne. Veranstalter vor Ort können sowohl Flugschulen als auch Vereine sein. Wir haben das in den letzten Jahren eigentlich immer so gemacht, dass wir pro Saison ein bis zwei bereits bekannte Austragungsorte wählen und dazu, wenn möglich, mindestens ein ganz neues Gebiet – wie hier zum Beispiel in der Wildschönau – hier findet das Bordairrace zum ersten Mal statt. Der Reiz dabei ist einfach, neue Gebiete und Gegenden kennenzulernen und dabei seinen fliegerischen Horizont zu erweitern. Mit jedem neuen Gebiet, das man befliegt, lernt man Neues dazu. Nun, und mit jedem neuen Austragungsort wächst für die regelmäßig teilnehmenden Athleten der Alpenraum quasi immer engmaschiger zusammen – die weißen Flecken auf der persönlichen „Erfahrungskarte“ werden dann zunehmend weniger.

Ein weiterer wichtiger Pluspunkt: An jedem neuen Austragungsort lernt man neue, nette Menschen kennen. Ich bin immer wieder erstaunt zu sehen, wie die Helfer vor Ort mit Freude und Tatkraft das Event auf die Beine stellen. Großartig!

Zu Beginn, als die Bordairrace Serie noch nicht den heutigen Bekanntheitsgrad hatte, hielten wir es in der Regel so, dass wir von Organisatorenseite aus Leute von Vereinen oder Flugschulen ansprachen bzw. bei ihnen anfragten, ob sie sich ein solches Event in ihrem Gelände vorstellen könnten. Mittlerweile ist es eher so, dass die lokalen Ausrichter eher auf uns zukommen und fragen, ob wir bei Ihnen ein Bordairrace durchführen könnten. Diesbezüglich sind wir heuer einfach in der glücklichen Lage, dass wir nicht „Klinke putzen“ und irgendwelchen möglichen Ausrichtern hinterherlaufen müssen. Es ist eher so eine „win-win Situation“. Die Freude und die Begeisterung für die Bordairrace Events kommt quasi von beiden Seiten und das ist großartig!

Wir haben uns auch mittlerweile bewusst für drei Bewerbe pro Saison entschieden. Früher waren es teilweise 4-5 Events pro Saison. Das zeigte sich aber problematisch, denn die meisten Piloten müssen ja ihren Urlaub um die Events herumlegen. Bei 4-5 Events bedeutete das für diejenigen Athleten, die an allen Races teilnehmen wollten, fast ihren kompletten Jahresurlaub dafür einsetzen zu müssen. Das wollten wir vermeiden; daher die Reduktion auf drei Bewerbe.

 

liftuup: Es gibt viele „Wiederholungstäter“ unter den Teilnehmern der Bordairrace Serie. Kannst du uns die besondere Atmosphäre rund um das Event ein wenig beschreiben und damit näherbringen? Was genau ist es, dass viele der Teilnehmer offensichtlich so catched und in den Bann zieht?

Tomy: Die Atmosphäre, der Spirit bei den Bordairrace Events ist schon wirklich etwas ganz Besonderes. Steht ein Rennen an, freue ich mich immer sehr auf ein Wiedersehen mit vielen Bekannten und Freunden. Für mich, wie auch für viele andere Teilnehmer, sind die Events so etwas wie eine kleine Familienzusammenkunft. Die Atmosphäre ist von Gemeinschaft und von gegenseitiger Unterstützung geprägt. Klar, es ist ein Bewerb, ein Rennen. Aber da ist eigentlich kaum jemand dabei, der dem anderen etwas neidet oder der mit seinen Plänen, seiner Strategie und Taktik hinter dem Berg hält. „Bordairracer“ pflegen einen sehr entspannten, offenen Umgang miteinander.

copyright: Bordairrace Media

copyright: Bordairrace Media

liftuup: Kommen wir mal zu den spannenden Fragen für diejenigen Leserinnen und Leser unter uns, die noch nie bei solch einem Event mitgemacht haben. Welche Voraussetzungen, körperlich wie fliegerisch, braucht es, um für die Teilnahme an einem Bordairrace ausreichend gewappnet zu sein – Podiumsambitionen mal ausgeblendet 😉 ?

Tomy: Die Grundvoraussetzungen sind klar und stehen fest: Man braucht eine gültige und anerkannte Pilotenlizenz inklusive Überlandberechtigung sowie eine zugelassene Flugausrüstung.

Und um es gleich zu Beginn vorwegzunehmen: Nein, man braucht keine 10 Jahre plus Flugerfahrung, um bei Bordairraces mitmachen zu können. Prominentes Beispiel: Simon Oberrauner. Der Simon kam bereits eineinhalb Jahre nach seiner Gleitschirmausbildung auf mich zu und fragte mich, ob er denn mal an einem Bordairrace teilnehmen könnte. Im Jahr darauf war er dann als Athlet dabei und gewann das Rennen gleich bei seiner zweiten Teilnahme.

Ganz Grundsätzlich sind einfach eine solide Ausbildung und entsprechend solide Wetterkenntnisse wichtig. Dazu sollte auch ein wenig Spaß am gegenseitige Messen vorhanden sein sowie die Freude daran, sich gemeinsam draußen in der Natur zu bewegen.

Das ist ja das Schöne am Regelwerk des Bordairrace: Den Wendepunkt, den definiert bzw. legt ja jeder für sich selbst; und dabei muss man sich ja bei weitem nicht nach den besten Athleten im Feld richten. Die minimale Distanz, um in die Wertung zu kommen, beträgt 15 km. Das ist wirklich für jeden, der ein bisschen Sport affin ist, zu schaffen. Im Prinzip sind das ein bis zwei Aufstiege samt Gleitflüge und dann ist man schon in der Wertung.

Ja, und auch die Herangehensweise innerhalb des 33stündigen Zeitfensters kann ja jeder beliebig selbst wählen. Man kann abends in ein Hotel einchecken und 10 Stunden schlafen, wenn man das möchte. Das ist genauso möglich und legitim wie die ganze Nacht durchzumarschieren.

Du gestaltest DEIN Bordairrace auf DEINE Weise!

copyright: Bordairrace Media

copyright: Airdesign, Bordairrace Media

liftuup: Und welche Ausrüstung empfiehlst du einem Bordairrace-Neuling? Ist ein großer Invest für ein superleichtes Gurtzeug samt Schirm unabdingbar?

Tomy: Für die erste Teilnahme ist es mit Sicherheit nicht notwendig, komplett umzurüsten und sein ganzes Equipment auf leicht umzustellen – das ist nicht nötig und würde auch von den Kosten her völlig den Rahmen sprengen. Klar, eine ganz schwere, auf Wettkampf ausgerichtete Streckenausrüstung taugt natürlich nicht; aber viele Piloten sind ja mittlerweile durchaus schon mit semi-leichtem Equipment unterwegs. So mit plus-minus 15 kg ist so ein Rennen durchaus machbar. Natürlich muss ich dann meine Kräfte einteilen und Laufstrecke und Höhenmeter an das Gewicht und meine Kondition anpassen.

Eines beobachte ich aber immer wieder: Gerade die Wiederholungstäter, die mit Leidenschaft dabei sind, satteln doch meist früher als später auf wirklich leichtes Material um. Egal ob man ganz vorne mitspielen möchte oder nur so „just for fun“ mitmacht: Die Freude, der Genuss ist mit leichtem Equipment einfach deutlich größer.

copyright: Bordairrace Media

liftuup: Nehmen wir an, der Funke aus deinen Schilderungen ist übergesprungen und eine Leserin oder ein Leser dieses Interviews möchte sich für das nächste Event anmelden? Was genau ist zu tun?

Tomy: Am besten schaut man auf unserer Homepage, www.bordairrace.com, vorbei. Dort geben wir spätestens zu Jahresbeginn die Termine für die kommende Saison bekannt.

Die Anmeldung für die einzelnen Races öffnet genau 4 Wochen vorher, exakt um 00:00 Uhr. Das mit den 00:00 Uhr entstand aus einer Laune von Willi und mir heraus und ist mittlerweile zur Tradition geworden. Wir finden das einfach cool. Außerdem ist das Wachbleiben bzw. Wecker stellen quasi die erste kleine Herausforderung für eine Teilnahme am Bordairrace. Heuer ist es übrigens auch so, dass man nicht bis morgens in der Früh mit der Anmeldung zuwarten sollte – da kann es gut sein, dass bereits alle Plätze vergriffen sind. Der Run auf die Teilnehmerplätze ist groß. Das Anmeldungsprocedere ist übrigens für alle Starter gleich. Wir machen da keine Ausnahmen, nur, weil der oder diejenige einen gewissen Bekanntheitsgrad in der Szene hat.

Ist es soweit und das Anmeldeportal geöffnet, klickt man einfach auf Anmeldung, füllt das Formular aus und das war’s.

Oft bleibe ich selbst bis zur Öffnung der Anmeldung wach. Ich finde es einfach toll zu sehen, wer da nachts alles noch wach ist und sich anmeldet. Wenn ich dann viele bekannte oder auch neue Namen lese, freue ich mich immer riesig.

copyright: Bordairrace Media

liftuup: Was erwartet denn den „Bordairrace-Frischling“ auf zwischenmenschlicher Ebene? Eher ein aufgeschlossener und von Hilfsbereitschaft geprägter Spirit unter den Racern? Oder trifft man dort vermehrt auf die verschlossenen Einzelkämpfer?

Tomy: Die verschlossenen Einzelkämpfer stellen bei den Bordairraces ziemliche Mangelware dar (lacht). Natürlich gibt es bei solch einem großen Teilnehmerfeld die verschiedensten Charaktere. Der Spirit des Events ist aber vielmehr von einem übergreifenden Miteinander geprägt. Speziell den Neulingen gegenüber ist man sehr aufgeschlossen und hilfsbereit. Man kann getrost als Neuling jeden anreden und nach Tipps und Tricks fragen – auch diejenigen, die vielleicht auf Podiumsplätze schielen oder die sich schon einen gewissen Namen in der Szene gemacht haben. Wir sind eine große Familie und sprechen miteinander auf Augenhöhe – von Pilot zu Pilot.

copyright: Bordairrace Media

liftuup: Unter anderem durch den wachsenden Bekanntheitsgrad des Mega-Events „Red Bull X-Alps“ befeuert, erlebten wir in den letzten Jahren einen regelrechten Boom in Richtung Hike & Fly. Was bedeutet dieser anhaltende Trend aus deiner Sicht für solche Formate wie das Bordairrace? Wo würdest die Bordairrace-Events gerne in den kommenden 5 bis 10 Jahren sehen?

Tomy: Auch bei unserem Rennformat, den Bordairraces, wird es, analog zu den X-Alps, immer professioneller. Das zeigte sich in den letzten Jahren sehr deutlich; und zwar in allen Bereich: Der Organisation, bei technischen Standards, wie zum Beispiel beim Livetracking, und natürlich auch bei den Athleten. Deren Vorbereitung, Planung und Herangehensweise an die Races – da ging es in den letzten Jahren schon ordentlich voran.

Unser Anspruch ist, die Bordairrace-Events auch für die Zuschauer zu Hause mittels stetig optimiertem Livetracking noch interessanter und attraktiver zu gestalten. Ganz grundsätzlich betrachtet wünschen wir uns für die Zukunft, dass dieser Bewerb seinen ganz eigenen, besonderen Spirit beibehält. Ein Spirit, der Jahr für Jahr viele tolle Menschen begeistert und zu den Events lockt.

Trotz der ganzen Entwicklung bei den Races bzw. allgemein bei Hike & Fly Rennen möchte ich nicht, dass das Bordairrace in 10 Jahre nur noch eine reine Profi-Veranstaltung ist. Ganz im Gegenteil: Wir wollen den Bewerb offenhalten, gerade auch für Streckenflugneulinge und Einsteiger ins Hike & Fly. Daher beispielsweise auch die bereits erwähnte Aufteilung in unterschiedliche Wertungsklassen.

Bei den Bordairraces sollen immer auch Pilotinnen und Piloten willkommen sein, die einfach Lust auf ihr eigenes, ganz persönliche Abenteuer haben und eine sportliche Herausforderung suchen. Wie man dann sein „Abenteuer Bordairrace“ gestaltet, darf jeder für sich selbst entscheiden.

copyright: Bordairrace Media

liftuup: Gibt es eine Möglichkeit, die Rennen der Bordairrace Serie auch als Zuschauer von zu Hause aus zu verfolgen?

Tomy:Ja, die gibt es. Auf unserer Homepage findet ihr den Link zum Livetracking. Sobald das Rennen gestartet ist, könnt ihr das Teilnehmerfeld via Livetracking hautnah verfolgen – und zwar nicht nur in 2D als kleine Punkte auf einer Karte dargestellt, sondern auch in 3D Ansicht. Das ermöglicht dem Zuschauer, die Athleten visuell zu „begleiten“. Dreht der Athlet gerade auf oder setzt er zur Talquerung an – all das lässt sich schön mitverfolgen. Durch das Livetracking wird das Bordairrace somit auch für die Daheimgebliebenen erlebbar.

copyright: Nova, Bordairrace Media

liftuup: Meine Leserinnen und Leser und ich bedanken uns ganz herzlich bei dir für das interessante und aufschlussreiche Interview. Wir wünschen dir für die kommenden Rennen viel Erfolg, sowohl als Organisator als auch als aktiver Teilnehmer; vor allem aber wünschen wir dir ganz viel Freude und erfüllende Momente bei der Ausübung des schönsten Hobbys der Welt!

 

Mehr über Ulli und Tomy und ihre gemeinsamen fliegerischen Aktivitäten findet ihr übrigens auf:

https://www.hike2fly4fun.com/

 

Die Sponoren der Bordairrace Serie 2021 sind im Übrigen (Reihenfolge willkürlich):

 

 

 

 

 

 

 

TESTED: UP Kangri

Transparenz / Werbung

Als Teampilot bei UP bin ich mit der Truppe aus Garmisch-Partenkirchen bekannt, befreundet und verbandelt.

Den Kangri habe ich mir selbst von meinem eigenen Geld gekauft. Die Initiative zum Verfassen dieses Textes kam alleine von mir. Seitens des Herstellers UP Paragliders gab es keinerlei Vorgaben oder Einflussnahme auf die folgenden Inhalte.

copyright: Sandor Nusser

Vorbemerkung

Achtung: Dies ist kein Testbericht! Die folgenden Zeilen strotzen gerade so vor Subjektivität. Mein Schirm, meine Eindrücke und einfach meine Freude, darüber zu schreiben und zu berichten!

Englischsprachiger Technikjargon, trockene Konstruktionsdaten und Leistungsmessungen anhand zweifelhafter Steigvergleiche und nichtssagenden Trimmspeedrennen in bewegter Luft finden sich woanders 😉

Den Kangri in Größe M (75 – 100 kg) erhielt ich Mitte August 2020. Bis Ende September / Anfang Oktober konnte ich mit dem Schirm noch knapp 40 Stunden Airtime verbuchen, darunter viele Genussflüge im Schwarzwald und in den Alpen, aber auch das eine oder andere kleinere Streckenabenteuer. Mein Abfluggewicht lag im Testzeitraum bei etwa 92 kg.

 

Allgemeines

Der Summit XC 4 und ich waren bis zum Sommer 2020 so richtig gute Kumpels geworden. Ein vertrautes und eingespieltes Team sozusagen, was nach knapp 140 Stunden gemeinsam in der Luft ja auch nicht weiter verwunderlich war. Der Summit gab mir beim Fliegen so ziemlich alles, was ich mir von meinem Fluggerät wünsche bzw. erwarte: Er startete zuverlässig, hatte im Klassenvergleich in allen Beschleunigerstufen richtig viel Speed zu bieten, zeigte Luftbewegungen gut an, wirkte beruhigend und vertrauensbildend an meinen persönlichen „Schisser-Tagen“ und machte vor allem eines: verdammt viel Spaß!

Warum also einen Schirm wechseln, der einem so ans Herz gewachsen und bei dem der „Grins-Faktor“ beim Fliegen fast schon garantiert war?

Als ich mich damals für den Summit XC 4 als neuen Schirm entschied, passte hinsichtlich der technischen Eckdaten des Geräts und den bis dato gewonnenen subjektiven Eindrücken soweit eigentlich alles – bis auf das Gewicht. Als Hike & Fly affiner Pilot, der sich den Flug gerne und regelmäßig sportlich erarbeitet, schreckte mich das doch recht hohe Kappengewicht des Summits ein wenig ab. Ich entschied mich trotzdem für den Kauf und kompensierte das Mehr an Gewicht mit dem extra Mehr an Zunder in den Wadeln 😉

Als UP dann in der Folge den Kangri launchte und das Kappengewicht in meiner Größe M mit 3,9 kg angab, war ich sofort on fire. Die Vorstellung, den für mich so genialen Summit XC 4 in leichtem Tuchgewand und damit gewichtsmäßig deutlich abgespeckt bekommen bzw. fliegen zu können, gefiel mir und so war die Entscheidung pro Kangri doch recht bald gefällt.

Nach dem Zusammenkratzen des notwendigen Kleingelds und dem Zurechtlegen einer passenden Argumentationsstrategie für die Überzeugungsarbeit gegenüber meiner Frau, war es dann Mitte August 2020 endlich so weit: Das Paket mit dem heiß begehrten Inhalt flatterte in Haus.

copyright: Sandor Nusser

copyright: Jonas Böttcher

Lieferumfang

Der Kangri wird mit dem Zellpacksack „Parasleeve 2“ und dem Leichtrucksack „Summiteer light“ ausgeliefert. Den Zellpacksack hatte ich schon bei Kibo und Summit XC 4 im Einsatz. Er ist robust verarbeitet und funktioniert wirklich super – allerdings ist er doch recht schwer (460 gr. in Größe M). Somit ist es fast zu schade, den leichtgewichtigen Kangri in ein so schweres Gewand zu hüllen 😉 Da gibt es auf dem Zubehörmarkt leichtgewichtigere Lösungen.

Richtig leicht dagegen ist der Rucksack „Summiteer light“. Der bringt in Einheitsgröße S gerade mal 385 Gramm auf die Waage. Ich verwende den Rucksack gerne auf meinen Hike & Fly Touren und empfinde den Tragekomfort als sehr angenehm. Der Rucksack ist aus hauchdünnem Rip-Stop Gewebe gefertigt (40er Skytex / Dominico) und gehört damit eher zu den filigranen Vertretern seiner Gattung. Für den harten und oft unachtsamen Fliegeralltag (Gondel, Bergbahn, Shuttlebus, etc.) verwende ich ihn daher nicht.

 

Unboxing

Ach wie ich es liebe, einen nagelneuen Gleitschirm zum ersten Mal auszupacken und aufzuziehen – dieses Rascheln und Knistern ist wie Musik in den Ohren 😉 Im Vergleich zum Summit fällt natürlich gleich das leichte Tuch ins Auge. Zum Einsatz kommt dabei eine Kombination aus 32er und 27er Skytex – leicht und bewährt also. Wer seinen Schirm nicht gerade regelmäßig über die schroff-scharfen Soaringhänge von Lanzarote oder Marokko prügelt, sollte in Puncto Langlebigkeit eigentlich kaum Einbußen hinnehmen müssen.

Das Leinensetup entspricht dem heutigen Geist moderner Leistungsschirme und zeigt sich einfarbig und gänzlich ohne Mantel.

Richtig geil finde ich die neu konstruierte Arretierung der Steuergriffe am Tragegurt. UP nennt das System „Snap-Lock.“ Dabei wird der Bremsgriff durch einen zylinderförmigen Magneten in eine U-förmige Halterung am Tragegurt gezogen und auf diese Weise arretiert. Ich hatte bereits beim Kibo 2 darüber berichtet. Das funktioniert so unglaublich gut und spielerisch – ich möchte nie wieder mit klassischen Druckknöpfen hantieren.

 

Starten & Bodenhandling

Schon den Summit XC 4 empfand ich als sehr zuverlässigen Starter; spurstabiles Hochkommen und keine Tendenz zum Überschießen oder Aushebeln zeichneten den Streckenflügel aus. Ich weiß aber auch, dass es gerade diesbezüglich im deutschsprachigen Gleitschirmforum andere Meinungen bzw. Wahrnehmungen gab. Aber ich kann eben nur von meiner Warte aus sprechen. Ich kam mit dem Summit immer sehr gut zurecht.

Aus meiner Sicht das einzige Manko beim Startprocedere mit dem Summit: bei Nullwind oder leichter Brise von hinten machte sich das schwere Tuch des Schirms in der Aufzieh- bzw. Füllphase bemerkbar. Da brauchte es ab und an eine wirklich konsequente Führung, damit die Kappe zuverlässig bis zum Zenit marschierte. Die mit Stäbchen verstärkte und damit recht schwere Eintrittskante tendierte zudem in steilerem Startgefälle bei fehlender Vorwindkomponente dazu, von alleine einzuklappen bzw. umzuschlagen, was mitunter etwas nervig sein konnte.

Nach Erhalt des Kangri marschierte ich mit dem neuen Flügel zunächst auf die Groundhandlingswiese, um einen ersten Eindruck in Bezug auf das Startverhalten zu bekommen. Nach ausgiebigen Boden-Sessions und zahlreichen Starts in fast allen denkbaren Bedingungen, kann ich mittlerweile ein ganz gutes Bild über das Startverhalten des Schirms skizzieren.

Das leichte Tuch macht sich beim Kangri äußert positiv bemerkbar. Der Kangri steigt auch bei Nullwind schon bei leichtem Zug der A-Leinen zuverlässig über den Piloten (sowohl vorwärts als auch rückwärts aufgezogen). Mit etwas deutlicherem Zug gelingen so auch Start bei leichtem Rückenwind, was gerade beim Hike & Fly durchaus als wichtige Tugend gelten darf. Die äußeren (geschlossenen) Zellen bleiben dann etwas länger ungefüllt. Wird Fahrt aufgenommen, füllen sich diese aber zuverlässig; das Ganze kann mit einem kurzen Bremsinput noch unterstützt werden.

Einen markanten Unterschied zum Summit XC 4 erfuhr ich beim Bodenhandling in knackigeren Bedingungen, beispielsweise bei thermischen Ablösungen mit schnell wechselnden Windrichtungen. Der Kangri ist ein super agiler Flügel – auch am Boden. Beim Groundhandling macht das total Spaß. Auf Fingerzeig kann man die Kappe exakt dorthin dirigieren, wohin man möchte. Wechselseitiges Stabilo-Parken, Kiten – all das geht super exakt. Soviel Spaß diese Agilität auch macht, beim Start in anspruchsvollen Bedingungen erfordert die agile und um die Hochachse doch eher lebendige Kappe ein feinfühliges Händchen und mitunter eine schnelle Pilotenreaktion, um auf der gewünschten Spur zu bleiben.

Sowohl beim Groundln als auch beim eigentlichen Startvorgang spielt natürlich auch die doch beachtliche Streckung von 6,3 eine Rolle. Aufsteiger von niedrig gestreckten Schirmen sollten sich daher zunächst etwas mit dem Kangri eingrooven. Ist das geschehen, hat man mit dem Kagri am Boden richtig viel Spaß.

 

Fluggefühl und Thermikverhalten

Der das Fluggefühl prägende Charakter eines Gleitschirmprofils… wow! Gibt es irgendetwas Subjektiveres? Ich denke nicht. In diesem Punkt unterscheiden sich die Geschmäcker und Wahrnehmungen der Pilotenschar ja oft massiv. In Bezug auf die Mitteilsamkeit einer Kappe taugt mir persönlich die goldene Mitte. Ich mag weder die ganz stummen Charaktere noch die unsäglichen Plappermäuler. Knallt es im Frühjahr deftig, bin ich ziemlich froh darum, wenn mein Flügel etwas Arbeit für mich abnimmt, sozusagen „vorfiltert“ und dann nur diejenigen Infos an Steuerleinen und Tragegurte weitergibt, die mein Gehirn auch verarbeiten, deuten und letztendlich in Aktion umsetzen kann. Schirmmodelle, die ständig zippeln und zuppeln machen mich innerlich unruhig und lenken mich in der Folge zu sehr von meiner eigentlichen Flugaufgabe ab. Umgekehrt: Ein zu stummer Geselle erschwert das Zentrieren in wirklich schwachen Bedingungen oder auch das Auffinden guter Linien beim Gleiten.

Wie gesagt, das alles ist völlig subjektiv und jeder Pilot benötigt ein unterschiedliches Maß an Kommunikation zwischen ihm und seinem Fluggerät. Mir persönlich taugt die Mitteilsamkeit des Kangri sehr gut. Er zeigt Luftströme und Bewegungen der Luftmasse sehr gut an – sowohl über die Steuerleinen als auch über die Tragegurte. So gelang es mir mit dem Kangri oft, bessere Luftmassen zu erspüren und durch leichte Gewichtsverlagerung in Richtung des Steigens zu driften und so in der Summe einfach effektiver zu Gleiten. Da ich öfters aus dem Mittelgebirgsrelief des Schwarzwalds hinaus ins Flachland fliege, ist das eine Stärke des Schirms, die mir sehr zu Gute kommt.

copyright: Jonas Böttcher

Gestützt auf meine bisherigen Leichtschirmerfahrungen ging ich im Übrigen vor dem Erstflug mit dem Kangri davon aus, dass sich der Schirm ziemlich ähnlich wie sein schwererer Bruder, der Summit XC 4, fliegen bzw. anfühlen wird – vielleicht auf Grund des leichten Tuchs etwas weniger statt, dafür aber etwas verspielter, lebendiger und vielleicht auch einen Tick nervöser.

Erstaunlicherweise war gerade das Gegenteil der Fall – und der erste Eindruck verfestigte sich dann auch in den folgenden Flügen (bei gleichem TOW und dem gleichem Gurtzeug samt Gurteinstellung): Der Kangri liegt ruhiger und satter in der Luft als der Summit XC 4 – kommuniziert aber im Gegenzug auch etwas weniger mit dem Piloten. In durchwühlter Luft fühlt sich die Kappe homogener, kompakter an als die ihres schwereren Bruders.

Wie eigentlich alle Konstruktionen des UP Designers Frantisek Pavlousek zeigt sich auch der Kangri unglaublich stabil und klappresistent.

Im Sommer finden wir bei uns am Hausberg (Merkur bei Baden-Baden) mit der angrenzenden, zu dieser Jahreszeit oft stabilen Rheinebene regelmäßig stark überhitzte bodennahe Luftmassen vor – entsteht Thermik, ist diese dementsprechend garstig, da kleinräumig, scharfkantig und versatzanfällig bei Wind. Selbst unter Dauerbeschuss in dieser Böllerthermik zeigte sich der Kangri unbeeindruckt, klappte nicht und blieb stets auf der vorgegebenen Bahn. Ganz selten rollte mal der Außenflügel ein; die Schirmmitte blieb stets bockstabil. Weder im blubbernden Hexensud des Schwarzwaldes noch in der herzhaften Südflankenthermik des Piemont erfuhr ich am Kangri eine ernsthafte Kappenstörung.

Die „Workload“ empfand ich dabei trotz der beachtlichen Streckung als recht gering – jedenfalls geringer als beim schweren Bruder Summit XC 4. An objektiven Kriterien kann ich das nicht festmachen; vielleicht entstand dieser Eindruck einfach dadurch, dass der Summit XC 4 in kochender Luft viel stärker dazu neigte, sich in sich selbst zu verbiegen und zu verwinden – den Kangri empfand ich da eher wie einen soliden Block über mir.

Auch beim Rollen und Pitchen empfand ich den Schirm als sehr ausbalanciert. Kann man den Schirm beim induzierten Nicken mit wenigen Amplituden frontseitig zum Einklappen bringen, so pitcht der Schirm beim Biss in die Thermik bzw. beim Herausfallen aus starken Aufwinden nur sehr wenig und zeigt seinen Vorwärtsdrang deutlich und rechtzeitig an.

Der Vorlauf der Steuerleinen ist moderat – nach meiner Einschätzung etwas länger als beim Summit XC 4. Der Bremsdruck fällt im Vergleich zum schweren Bruder etwas geringer aus, was ich als angenehm empfand. Flüge über 5 Stunden konnte ich super entspannt und ohne Ermüdungserscheinungen in Schultern, Armen und Handgelenken absolvieren.

In Puncto Agilität und Steuerpräzision kann ich dem Kangri nur Bestnoten aussprechen. Das meine ich wirklich ernst! Ich denke darin unterscheidet sich der Kangri wohl am meisten von anderen Vertretern seiner (Schirm-)Klasse. Das was du vorgibst, setzt der Kangri auch um. Punkt! Oft verlieren Schirme der A- und B-Klasse in starken Aufwinden oder turbulenten Luftmassen ihre Manövrierfähigkeit. Die Steuerleinen werden dann zu Kaugummi und die Steuerung wird völlig unpräzise. Nicht so der Kangri. Der Schirm bleibt hier super exakt. Man hat das Gefühl, stets Herr der Lage zu sein.

Dabei steht dem Piloten das volle Schräglagenrepertoire zur Verfügung. Weiträumig durch verblasene Aufwindfetzen schwimmen um jedes kleinste Steigen mitzunehmen? Geht! Einmal bitte auf den Stabilo stellen und vor Freude jauchzend gen Basis ballern? Aber jederzeit!

Das macht so Laune, dass ich beim Kurbeln fast ständig irgendwelche Freudenlaute herausposaune. Fragt mal meine Fliegerbuddys 😉

Apropos Freude. Eine Spaßbremse ist beim Kangri nicht eingebaut. Die Energie für mächtige Wing Over steht fix zur Verfügung und es geht rasch weit über die Kappe – da sollte der Pilot also schon wissen, was er tut und wie er mit der einmal ins System eingeleiteten Energie weiter umzugehen hat 😉

copyright: Sandor Nusser

Hike & Fly und Reise – das Packmaß

Der Kangri bringt trotz seines komplexen Innenlebens und der klassisch aufgebauten Tragegurte (solide versteift zur sicheren Startvorbereitung) in Größe M gerade einmal 3,9 kg auf die Waage – den Pilotenrücken freut’s bei längeren Fußmärschen. In Kombination mit leichtem Gurt und Rettung ergibt sich damit ein Setup, das geradezu prädestiniert für genüssliche Hike & Fly Touren bis hin zu mehrtägigen Biwak-Abenteuern ist.

Beim Packen des Kangri mittels des mitgelieferten (leider recht schweren) Zellenpacksacks wird der Schirm quasi gedrittelt – was in Anbetracht der an Eintritts- und Hinterkante verbauten Stäbchen bzw. C-Wires auch durchaus Sinn macht. Auf Grund des leichten, dünnen Tuchs ergibt das dann ein zwar recht flaches aber auch langes Paket. Ein richtig kleines Packerl ist damit nicht zu realisieren. So könnte der Platz im Innern eines klassischen Wendegurtzeugs schon ein wenig knapp werden. In Kombination mit einem leichten Liegegurt kann der Schirm im Zellpacksack um das zusammengelegte Liegegurtzeug herumgelegt werden. Auf diese Weise sollte das Päckchen gut in den mitgelieferten Leichtrucksack Summiteer light bzw. in die am Markt gängigen Konkurrenzmodelle passen.

Wer die anspruchsvollsten alpinen Steige unter die Bergstiefel nehmen und mit komplett minimalistischem Gepäck unterwegs sein will, dabei aber nicht unbedingt die stärkste XC-Performance benötigt, der sollte sich im gleichen Haus auch mal den Mana ansehen. Den Mana konnte ich bereits ausgiebig testen. Einen Bericht dazu findet ihr hier.

 

XC

Leistung – oh je, darüber möchte ich eigentlich gar nicht allzu viele Worte verlieren. Für relaxte XC Piloten wie mich, für die das Landschaftserlebnis im Vordergrund steht und bei denen am Ende des Tages mal 50, mal 100 oder vielleicht auch mal 150 km auf dem Tacho stehen, reicht doch die Leistung aller moderner Gleitschirme völlig aus. Ein Schirm muss Spaß machen und sich für seinen Piloten in allen Bedingungen gut anfühlen – das ist doch das Wichtigste und am Ende des Tages viel entscheidender für den Faktor Leistung als alles andere!

copyright: Jonas Böttcher

Nichtsdestotrotz, ein paar (völlig subjektive) Eindrücke will ich hier dennoch zum Besten geben:

Gefühlt gleitet der Kangri für diese Klasse extrem gut. Vor allem ist er pfeilschnell. Auf einigen kleineren Streckenflügen war über ich längere Zeit hinweg mit einem Delta 3 und einem Artik 5 unterwegs. Ich fühlte mich dabei neben meinen Mitreisenden nie untermotorisiert, wobei wir auf den Gleitstrecken meist mit Halbgas unterwegs waren. Im Trimm war ich etwas schneller als der Delta 3. Das kann aber natürlich auch an vielen andere Faktoren (Gewicht, Sitzposition, Gurtzeugeinstellung, etc.) gelegen haben und hat somit wenig bis gar keine Aussagekraft.

Wahre Gleitperformance zeigt sich ja erst so richtig beim Vollgasfliegen in thermisch stark durchsetzter Luft, gerade wenn dann noch eine deutliche Gegenwindkomponente hinzukommt. Dahingehend kann ich nicht wirklich aus eigener Erfahrung berichten. 6-8 Stunden im Vollgas hochkonzentriert durch rauhes Wetter brezeln um irgendwelchen (persönlichen) Rekorden hinterherzujagen – das ist so gar nicht meine Fliegerei und daher überlasse ich dieses Feld und solche Einschätzungen gerne anderen, die das lieber tun und auch besser können als ich.

Beim Fliegen in stärkerem Wind am Hausberg hatte ich mit dem Kangri stets ausreichende Speed-Reserven zu Verfügung. Das wirkte auf mich immer sehr beruhigend, denn mit einem kurzen Kickdown kam ich auch dann noch gut vorwärts, wenn der Wind mal unvermittelt auflebte. Betätigt man das Gaspedal, nimmt der Kangri zügig aber ruhig Fahrt auf, ohne merklich zu nicken. Gerade Piloten, die aus unteren Schirmklassen aufsteigen und auf den Kangri switchen, werden bei diesem markanten Geschwindigkeitszuwachs einen echten AHA-Moment erleben. Der Kraftaufwand für die Betätigung des Beschleunigers empfinde ich in jeder Stufe als angenehm.

Interessant für die wirklich XC-ambitionierten unter euch: Sobald man auf Halbgas (und darüber hinaus) geht, wird der Kangri noch stabiler und klappresistenter, als er ohnehin schon ist – das wirkt sehr vertrauensfördernd und man bleibt wie selbstverständlich auch dann noch im Gas stehen, wenn die Luftmassen um einen herum mal etwas wilder werden.

copyright: Sandor Nusser

Fazit

Ich habe den Kangri als sehr vielseitigen Schirm kennengelernt.

Er ist schön leicht und gleichzeitig leistungsstark und ist damit geradezu prädestiniert für ausgedehnte Hike & Fly Touren bis hin zu mehrtägigen Biwak-Abenteuern. Er wird auch all diejenigen Piloten begeistern, die ihren Schirm gerne mit auf Reisen nehmen, um neue Länder und Landschaften aus der Luft zu erkunden. Der Kangri ist ein Schirm für Entdecker, Weltenbummler und waschechte Abenteurer!

Verspielte Piloten, die gerne vor dem Take-Off am Startplatz noch etwas am Boden posen und später in der Luft mit schnellem Energieaufbau dynamische Freestyle Manöver fliegen möchten, werden mit dem Kangri ihr neues Lieblingsspielzeug kennenlernen.

Thermik-Liebhaber jauchzen vor Freude, wenn sie am Kangri ihre Schräglage ganz nach Belieben einstellen können und ihnen ihr Flügel wunschgemäß und intuitiv auf Fingerzeig folgt. Was gibt es schöneres, als seinen Schirm auf den Stabilo zu stellen und dann straight gen Basis zu ballern?

XC Enthusiasten finden im Kangri einen zuverlässigen „Träume-In-Taten-Umwandler“, denn der Leistungsflügel bietet dem bekennenden Kilometerfresser so ziemlich alles, was das Streckenherz begehrt: Gleiten, Speed, Stabilität – alles on top. Ein weiteres Plus: Der Kangri schont auf anspruchsvollen Flügen in harzigen Bedingungen auch die mentale Kapazität des Piloten, da er in rauer Luft vergleichsweise wenig „Workload“ von seinem Dirigenten abverlangt.

Auch kann der Kangri ein treuer Begleiter auf der fliegerischen Weiterentwicklung hin zur Sportklasse sein. Wer sich sanft an höhere Streckungen und das gewisse „C“ Feeling herantasten möchte, bei gleichzeitig hoher passiver Sicherheit, für den könnte der Kangri auch ein sehr interessanter Kandidat sein.

Erfahrene Piloten, die auf der Suche nach einem High-B Schirm sind, der sich einfach komplett anders fliegt als der sonstige B-Schirm Einheitsbrei, sollten sich den Kangri mal genauer ansehen und am besten einen Probeflug ins Auge fassen. Ich bin gespannt, ob ihr danach genauso begeistert seid von dem Schirm wie ich.

 

Einordnung / Zielgruppe

Diese Einschätzungen schreibe ich aus meiner Perspektive und damit als Pilot, der selbst regelmäßig über 100 Stunden pro Jahr fliegt. Das gilt natürlich bei der Bewertung und Interpretation der von mir geschilderten Eindrücke zu berücksichtigen.

Der (künftige) Kangri Pilot sollte regelmäßig fliegen und bereits über ein fortgeschrittenes Maß an Erfahrung verfügen. Das aktive Fliegen sollte in dieser Klasse natürlich intuitiv beherrscht werden.

copyright: Jonas Böttcher

Danksagung

Einen ganz besonderen Dank geht an dieser Stelle an die Fotografen Sandor Nusser und Jonas Böttcher, die für die tollen Bilder im Beitrag verantwortlich sind 🙂

 

!! ACHTUNG Bildrechte !!

Alle im Text verwendeten Bilder unterliegen den alleinigen Bildrechten der in den jeweiligen Bildunterschriften genannten Urheber.

 

Plauderecke #06 | heute: Michael Lacher

Mein Weg zu den Red Bull X-Alps 2021

 

Es gibt Dinge für mich als Gleitschirmpilot, die mich immer wieder auf’s Neue begeistern, die eine über die Jahre hinweg ungebrochene Faszination auf mich ausüben. Persönlich gehe ich 2021 in meine 10. Flugsaison nach Erhalt des A-Scheins. Trotz regelmäßigen Fliegens und einer für einen Freizeitpiloten wie mich akzeptablen jährlichen Airtime, veranstaltet mein Herz immer wieder Freudensprünge, wenn nach einem langen, nassgrauen Winter die ersten ordentlichen Thermiken des Jahres ihre Arbeit aufnehmen, unter meinen Flügel greifen, und mich in Begleitung einer fröhlich-jauchzenden Vario-Melodie gen Basis katapultieren. Diese unsichtbaren Kräfte der Natur sind für mich nach wie vor magisch, anziehend, süchtig machend.

Eine ähnliche Begeisterung und magnetische Anziehung entfaltet auf mich seit Beginn meines Pilotendaseins das Format der Red Bull X-Alps – wenn auch nur aus der Zuschauerperspektive. Vielleicht liegt es daran, dass ich selbst schon immer durch und durch Sportler war. Vor der Fliegerei verbrachte ich einen Großteil meiner Freizeit beim Trainieren verschiedener Kampfsportarten. Heuer fröne ich eher dem Ausdauersport im Freien. Egal welcher Sport betrieben wird: Jeder, der regelmäßig hart trainiert weiß, welche Willensstärke vonnöten ist, sich Tag ein Tag aus zu pushen, sich durch Hochs und Tiefs zu bewegen und stets neue Reize zu setzen, um in seinem Sport kontinuierlich voranzukommen und zu wachsen. Nun, Ausdauersport allein ist schon extrem zeitintensiv; Gleitschirmfliegen erst recht, wie wahrscheinlich jeder von uns Freifliegern weiß und aus eigener Erfahrung berichten kann. Einen Shortcut gibt es dabei nicht. Klar, die einen sind mit mehr, die anderen mit weniger Talent ausgestattet – ein hoher zeitlicher bzw. insgesamt persönlicher Invest wird aber in jedem Fall abverlangt. Ich selbst kann nur vage erahnen, wie (zeit)intensiv trainiert werden muss, um sowohl körperlich als auch fliegerisch das Niveau zu erreichen, um für einen Bewerb wie die X-Alps wirklich gerüstet zu sein.

Einer, der so ziemlich von Beginn seiner Fliegerkarriere an von einer Teilnahme bei den Red Bull X-Alps träumte und der sich nach bestandener A-Schein Prüfung im Jahr 2015 mit eisernem Willen auf den Weg machte, seinen Traum auch in die Tat umzusetzen, ist Michael Lacher. Michael nimmt zum ersten Mal an diesem hochkarätig besetzten Abenteuerrennen teil und wird in der 2021er Ausgabe für das Team Germany 3 antreten.

Vom A-Schein Neuling 2015 bis zur X-Alps Teilnahme 2021 – klingt ziemlich beeindruckend, oder? Für mich jedenfalls Grund genug, den „X-Alps-Rookie“ Michael in die liftuup Plauderecke einzuladen und ihm ein paar Löcher in den Bauch zu fragen. An dieser Stelle schon mal: Danke für deine Zeit und Geduld, lieber Michael!

Ich wünsche euch, liebe Leserinnen und Leser, ganz viel Spaß beim Lesen der folgenden Zeilen. Aber seid vorgewarnt: Motivationsschub garantiert!!

 

copyright: Frithjof Kjer

liftuup: Hallo Michi! Schön, dass du dir für mich und meine Leser Zeit nimmst. Stell dich doch mal kurz vor. Wo kommst du her, wer bist du und wie sieht dein Leben so aus?

Michael: Servus! Ich bin der Michael Lacher und komme aus Oberstdorf im Allgäu. Beruflich bin ich je nach Saison unterschiedlich tätig. Im Winter arbeite ich hauptberuflich in der Bergrettung und im Sommer arbeite ich als Tandempilot; dazu helfe ich noch in der Firma meines Vaters mit. Ich bin selbst Familienvater und habe einen 9 Monate alten Sohn. Ja, so schaut mein Leben aus (lacht).

copyright: Michael Lacher

copyright: Michael Lacher

liftuup: Der Athletenseite der offiziellen Red Bull X-Alps Homepage konnte ich entnehmen, dass du schon recht früh in deinem Leben mit dem Flugvirus infiziert wurdest. Beschreibe uns bitte deine bisherige fliegerische Laufbahn.

Michael: Ja du, mit dem Flugvirus bin ich wirklich schon recht früh infiziert worden. Mein Vater war damals schon Drachenflieger – das hat mich recht früh in meinem Leben zur Modellfliegerei gebracht. Mit 14 – 15 Jahren fing ich mit dem Segelfliegen an, was ich dann in der Folgezeit auch wirklich aktiv betrieben habe. Aber da ich schon immer ziemlich sportlich war, störte es mich irgendwann, immer nur auf dem Flugplatz herumzuhängen und sich dabei körperlich nicht zu betätigen. Dazu kam, dass ich zu der Zeit recht viel mit meinen Kumpels Bergtouren gegangen bin. Meine Kumpels sind dann oft mit ihren Schirmen vom Gipfel gestartet und runtergeflogen, wohingegen ich alleine herunterlaufen musste. Da dauerte es natürlich nicht lange, bis mir klar wurde, dass das Gleitschirmfliegen auch etwas für mich sein könnte. Außerdem hatte meine Freundin zu der Zeit bereits seit etwa 4 Jahren den Schein in der Tasche. Ja, und so kam ich dann logischerweise auch zum Gleitschirmfliegen und begann letztendlich 2015 mit meiner Pilotenausbildung.

 

liftuup: Deine Gleitschirmlizenz hast du also 2015 erworben. Um sich die nötigen Skills für die Teilnahme an einem so anspruchsvollen Bewerb wie den X-Alps zu erarbeiten, ist es als Pilot normalerweise ein recht langer und steiniger Weg – bei dir dauerte dieser gerade einmal 5-6 Jahre. Wie erklärst du dir deine so steile Progression? Wie bist du an den Gleitschirmsport herangegangen?

Michael: Naja, ich habe mit dem Fliegen angefangen –  und wer mich ein wenig kennt, weiß, dass wenn ich etwas anfange, dann mache ich das auch richtig und ziehe es voll durch; und zwar nicht nur 100 Prozent, sondern ich peile da eher die 300 Prozent an (lacht). Sprich, nachdem ich meinen Schein hatte, richtete ich eigentlich mein komplettes Leben mehr oder weniger auf’s Fliegen aus. Gerade das Hike & Fly hat mir von Anfang an komplett getaugt und so betrieb ich das Ganze dann auch immer exzessiver. Wenn es das Wetter zuließ, bin ich eigentlich jeden Tag mit dem Schirm auf die Berge marschiert. Auch ins Streckenfliegen bin ich ziemlich bald eingestiegen. Bei meinen ersten Streckenflügen wurde mir aber klar, dass ich in anspruchsvollen Bedingungen mit meinem damaligen Schirmhandling schnell an mein Limit stieß. Das brachte mich zur Acro-Fliegerei. Ich dachte einfach, dass mich das Acro-Fliegen hinsichtlich Schirmbeherrschung ein gutes Stück voranbringen könnte. Also entschied ich mich, verstärkt die Acro-Basics wie Fullstall etc. zu trainieren. Und wie sollte es auch anders sein, so hat mich schnell auch das Acro-Fliegen total gepackt. An Tagen, an denen es nicht gut zum Streckenfliegen ging, bin ich eigentlich nur noch Acro geflogen. Innerhalb von zwei bis drei Jahren habe ich auf diese Weise so gut wie alle Manöver erlernen können. Bis auf den Super-Stall oder die ganz krass komplizierten Sachen gibt es eigentlich kaum irgendwelche Figuren und Manöver, die ich nicht fliege. Heli, Stall und so weiter fliege ich mittlerweile auch mit Hochleistern und habe keine Angst davor. Insgesamt hat mir das Acro-Training einen extremen Zugewinn an Schirmbeherrschung gebracht. Das hilft mir jetzt immens beim Streckenfliegen, da man dabei ja immer wieder in Situationen geraten kann, in denen der Schirm extrem reagiert und man wissen muss, wie man zu reagieren hat. Allgemein denke ich, dass kein Weg am regelmäßigen Acro-Training vorbeiführt, wenn man im Gleitschirmsport zügig vorankommen bzw. richtig gut werden will. Das Manövertraining und deren Beherrschung sehe ich als mein Fundament an; und auf dieses Fundament baut sich dann in der Folge die ganze XC Erfahrung auf, die man nach und nach beim regelmäßigen Streckenfliegen sammelt.

copyright: Petar Loncar

liftuup: Dein Vater ist Bergführer. Da liegt es nahe, dass du dich schon seit dem Kindesalter viel in den Bergen herumgetrieben hast. Welche Bedeutung haben Berge für dich? Wie prägen sie dein Leben?

Michael: Ich bin im Oberallgäu und damit praktisch mit den Bergen vor der Haustüre aufgewachsen. Mein Vater als Bergführer hat mich schon früh mit in die Berge genommen. Die Berge sind sogar Teil meines beruflichen Umfelds – ich arbeite seit über 10 Jahren in der Bergwacht, im Winter sogar hauptberuflich. Das heißt allein vom beruflichen Background her treibe ich mich im Prinzip täglich in den Bergen herum. Aber der Beruf ist nur die eine Seite. Auch privat zieht es mich eigentlich immer in die Höhe. Klar gehe ich im Winter auch gerne mal Langlaufen. Aber sobald das Wetter einigermaßen passt, zieht es mich raus und rauf. Und für diese Art der Freizeitgestaltung wohne ich glücklicherweise perfekt. Ich kann so gut wie alles direkt vor der Haustüre machen und brauche dafür kein Auto bzw. habe keine langen Anfahrtswege. Ob es einfach die sportliche Bergtour mit den Kumpels ist, das Hike & Fly oder im Winter Skitourengehen – ich mag eigentlich alle Arten von Sport und Bewegung in den Bergen und in der Natur. Zeit in den Bergen zu verbringen ist für mich einfach ein großer und wichtiger Bestandteil meines Lebens.

copyright: Michael Lacher

liftuup: Wann hast du die Entscheidung getroffen, dich als Teilnehmer für die X-Alps zu bewerben? Wie kam es dazu und was genau war bzw. ist deine Motivation?

Michael: Gleich zu Beginn, als ich mit dem Gleitschirmfliegen angefangen habe, wurde ich auf die X-Alps aufmerksam – das Rennen hat mich sofort fasziniert und in seinen Bann gezogen.

Ich habe dann für den Einstieg in solche Rennen erst einmal an der Bordairrace-Serie teilgenommen; das lief ganz gut, machte mir mega viel Spaß und es zeigte mir ganz schnell, dass die Red Bull X-Alps einfach DAS große Ziel sind, auf das ich hinarbeiten will.

Die Bewerbung für die X-Alps 2021 war meine erste Bewerbung auf das Rennen überhaupt und ich war natürlich unglaublich Happy, dass es gleich geklappt hat und ich als Teilnehmer ausgewählt wurde.

Ja, was ist meine Motivation? Naja, es taugt mir einfach sehr, an meine eigenen körperlichen Grenzen zu gehen und dann diesen körperlichen, athletischen Aspekt noch mit dem Fliegen kombinieren zu können – das reizt mich enorm. Im Vorfeld der letzten Ausgabe der X-Alps durfte ich das Training von Manuel Nübel bei seiner Vorbereitung ein wenig begleiten und im Rennen selbst auch in einige Abschnitten den Manu als Supporter unterstützen. Das war genial und gab mir quasi den letzten Ruck, mich selbst als Teilnehmer und Athlet für das Rennen zu bewerben.

 

liftuup: Wo warst du, als du erfahren hast, dass du als Athlet für die Red Bull X-Alps 2021 nominiert wurdest? Kannst du diesen Moment beschreiben?

Michael: (Lacht) Das war eigentlich eher unspektakulär. Ich saß am Computer und arbeitete, als plötzlich auf dem Bildschirm eine E-Mail des X-Alps Orga-Teams aufpoppte. Ich habe zu dem Zeitpunkt mit einer Benachrichtigung der Rennleitung noch gar nicht gerechnet, die hätte nämlich erst so ca. zwei Wochen später kommen sollen. Mein erster Gedanke war daher, dass die E-Mail wahrscheinlich ein paar allgemeine Infos enthalten wird, also wie es weitergeht und so. Naja und dann: Bäm! Wow! Da stand tatsächlich, dass ich als Teilnehmer genommen wurde. Natürlich war die Freude riesig, aber gleichzeitig war da auch ein gewisses Bewusstwerden: ab jetzt wird es ernst! Keine Träumerei mehr. Jeder weiß nun um meine Teilnahme! Es gibt kein zurück! Für mich ein extra Kick Motivation!

 

liftuup: Welche Vorerfahrung in Sachen Alpinsport und Fliegen, Hike & Fly –  Races und Wettkampf bringst du mit?

Michael: Ich war früher viel Alpinklettern und habe auch recht viel klassisches Bergsteigen in den West- und Ostalpen betrieben – da waren natürlich auch einige 4000er dabei. Im Winter gehe ich oft Eisklettern und Skibergsteigen und mache da durchaus auch technisch anspruchsvollere Sachen. Ich behaupte mal, dass ich mich in den Bergen, v. a. auch in weglosem Gelände, sehr gut bewegen und orientieren kann. Darin sehe in Bezug auf das Rennen einen großen Pluspunkt für mich selbst.

In Bezug auf Hike & Fly – Races habe ich wie schon erwähnt an diversen Bordairraces und 2017 auch am Dolomiti Superfly teilgenommen. Das Dolomiti Superfly lief damals eigentlich auch ganz gut, bis ich einen gröberen Fehler gemacht habe, der mich leider weit zurückwarf; die gesammelte Erfahrung war aber trotzdem super.

Klassisches Wettbewerbsfliegen, also mit 2-Leinern in der Gegend herumheizen, mag und mache ich auch. Das Wettkampffliegen begann mit der DHV Junior-Challenge, dann flog ich zwei Jahre lang in der Liga und danach folgten einige FAI Kategorie 2 Wettbewerbe.

copyright: Adi Geisegger

liftuup: Wie siehst du das Teilnehmerfeld? Wo siehst du dich als X-Alps „Rookie“ darunter?

Michael: Das Teilnehmerfeld ist in der diesjährigen Ausgabe des Rennes extrem stark. Da besteht meiner Meinung nach eine unglaublich hohe Leistungsdichte. Die TOP 15 Athleten sind alle ganz nah beieinander. Wenn du bei diesem Teilnehmerfeld einen kleinen Fehler machst, dann wirst du knallhart nach hinten durchgereicht. Und mit der 48 Stunden Regel kann es dazu noch ganz schnell sch**** laufen, wenn man nicht aufpasst.

Ich bin zwar Rookie unter den Teilnehmern, aber ich bin schon jetzt gut in Form und ich werde so gut als möglich vorbereitet an den Start gehen. Im Hinblick auf die fliegerischen Skills schätze ich mich selbst als recht guten Piloten ein und bewege mich diesbezüglich auf einem guten Level. Ich bringe XC- und Wettkampferfahrung mit und in Bezug auf die körperliche Leistungsfähigkeit sehe ich mich sogar eher im vorderen Bereich des Athletenfelds. Zudem habe ich ein spitzen Support-Team und so denke ich, dass ich insgesamt gut aufgestellt bin.

 

liftuup: Damit hast du uns gerade aufgezeigt, wo du deine eigenen Stärken siehst. Verrätst du uns auch deine Schwächen, an denen du in deiner Vorbereitung bewusst und gezielt arbeiten willst?

Michael: Ich weiß nicht, ob es wirklich eine Schwäche ist; aber ich versuche in der Vorbereitung auf das Event viel an meiner mentalen Stärke zu arbeiten. Ich glaube, dass der Kopf sehr bald im Rennen einen großen Einfluss auf die eigene Leistungsfähigkeit hat – und damit natürlich auch maßgeblich auf den persönlichen Rennverlauf. Wenn man körperlich an seine Grenzen stößt und sich dann, gerade in solchen Momenten, Probleme auftun oder sich bereits getroffenen Entscheidungen als fehlerhaft herausstellen – dann ist es unglaublich wichtig, mental stark zu sein, sich fokussieren zu können und damit effektiv den aufkeimenden Frust auszublenden bzw. fernzuhalten.

 

liftuup: Manuel Nübel hat ja bereits mehrfach (3mal) an den X-Alps teilgenommen – in der letzten Ausgabe dazu noch sehr erfolgreich. Manu wohnt ja quasi bei dir ums Eck. Trainiert ihr zusammen und besprecht gemeinsam eure Strategien oder macht da jeder eher sein eigenes Ding?

Michael: Ja, richtig, Manuel ist ein sehr guter Freund von mir. Ich durfte mit Manu schon 2017 und 2019 bei den Vorbereitungen seiner X-Alps Teilnahmen trainieren. 2019 konnte ich ihn teilweise als Supporter unterstützen. Wir arbeiten eigentlich recht viel zusammen. Manu als alter X-Alps Hase (lacht) hält mit seinem Wissen auch nicht hinterm Berg, sondern teilt sein Erfahrungsschatz mit mir und gibt gerne alles weiter, was er weiß. Das schätze ich sehr an ihm.

 

liftuup: Kommen wir mal konkret auf die Vorbereitung und das Training zu sprechen. Hast du einen Coach oder bereitest du dich alleine auf das Rennen vor?

Michael: Für die fliegerischen Belange habe ich keinen Trainer. Ich habe aber einen Trainer, der mich in den Bereichen Kraft, Ausdauer und Fitness unterstützt. Mit ihm mache ich die Leistungsdiagnostik; darauf basierend erstellt er Trainingspläne für mich und führt auch persönlich einige Trainingseinheiten mit mir durch.

 

liftuup: Ich folge dir auf Strava. Das gibt mir eine annähernde Vorstellung davon, wie hart du an deiner körperlichen Fitness und Konstitution arbeitest. Außerdem wirkt das ganze Training bei dir sehr strukturiert. Nimm uns doch mal mit auf eine exemplarische Trainingswoche.

Michael: Exemplarisch eine Trainingswoche aufzuzeigen ist etwas schwierig. Ich versuche das mal so darzustellen: Ich absolviere immer 2-Wochen-Pläne. Die Wochen haben dabei immer einen ganz speziellen Fokus. Innerhalb dieser Wochen-Blöcke trainiere ich dann ganz spezifisch; manchmal liegt da der Schwerpunkt eher auf reiner Ausdauer, gefolgt von Kraft bzw. Kraftausdauer, usw.

70-80 % des Trainingumfangs liegt im Grundlagenbereich. Da liegt der Fokus bei mir ganz klar auf den Höhenmetern. Gerade jetzt im Winter sehe ich das Abspulen vieler Höhenmetern als sehr wichtig an. Im Winter gehe ich dafür sehr viel mit den Tourenski. Dazu kommt Langlaufen, wobei ich in der Regel ca. 1-2 Stunden Einheiten absolviere und eher im niedrigen Bereich laufe.

Bei einer Trainingseinheit in der Woche wird richtig geballert, also im Schwellenbereich trainiert. Krafttraining absolviere ich immer ergänzend.

Ab dem einsetzenden Frühling kommt dann viel Hike and Fly dazu. Einheiten im Flachen mache ich auch, wobei ich nicht viel joggen werde. Das Hauptaugenmerk lege ich eher auf schnelles Gehen mit Gepäck; und zwar in dem Tempo, das man während des Rennes auch anschlägt. So gewöhne ich meine Sehnen, Bänder und Gelenke an die anstehende Belastung. Solche Einheiten versuche ich dann auf die Schlechtwettertage zu legen.

 

liftuup: Hast du innerhalb dieser 2-Wochen-Blöcke feste Trainingseinheiten, die du dann entsprechend dem Wetter (Sonne/ Regen/ Schnee/ Flugwetter/ etc.) flexibel auf die Wochentage verteilen kannst?

Michael: Ja, im Prinzip habe ich feste Trainingstage, die ich aber immer mal wieder etwas adaptiere. Das gefällt dann meinem Trainer nicht ganz so gut, weil seine Trainingspläne ja hinsichtlich Aufbau und Abfolge einen Sinn haben (lacht). Natürlich versuche ich, die Reihenfolge weitestgehend einzuhalten. Aber wenn es mal den ganzen Tag in Strömen regnet, habe ich ehrlich gesagt keine Lust, eine vier Stunden Skitour zu gehen. Dann schiebe ich eben mal. Im Worst-Case-Fall mache ich Rollentraining mit dem Rennrad. Das sehe ich aber wirklich als Notlösung an. Mir macht es einfach keinen Spaß, drinnen Ausdauer zu trainieren.

Neben dem ganzen Training habe ich zur Erholung einen Ruhetag pro Woche, manchmal auch zwei.

 

liftuup: Neben dem vielen Ausdauertraining hast du vorhin auch von Krafttraining gesprochen? Wie sieht das aus?

Michael: Ich versuche spezifisch meine Kraft zu trainieren, um gezielt meine Gelenke durch eine gut ausgebildete Muskulatur zu stützen und dadurch das Risiko von Überlastungen bzw. allgemein von Verletzungen zu minimieren. Beispielsweise mache ich Kniebeuge mit Gewicht und trainiere mit Kettlebells.

 

liftuup: Zusammengefasst: Wie viele Trainingsstunden haben deine Wochen so im Schnitt?

Michael: Das sind so 10 bis 15 Stunden pro Woche. Aber wie bereits erwähnt, ich lege mehr Wert darauf, dass ich viele Höhenmeter zurücklege. In der Regel komme ich da auf 25.000 – 30.000 Höhenmeter pro Monat.

 

liftuup: Wie regenerierst du dich am besten? Couch, Netflix, Füße hoch?

Michael: (Lacht) Couch und Netflix – hört sich wirklich gut an, ist bei mir aber selten der Fall. Ich habe einen 9 Monate alten Sohn. An meinen Ruhetagen bin ich mit unserem Nachwuchs beschäftig. Meine Partnerin hält mir für mein Training ganz stark den Rücken frei; daher bin ich natürlich bemüht, an meinen trainingsfreien Tagen ihr bestmöglich unter die Arme zu greifen. Außerdem genieße ich es ja, Zeit mit unserem Kleinen zu verbringen. Habe ich an freien Tagen trotzdem etwas Luft, gehe ich gerne ein bisschen Acro fliegen oder mache eine ganz gemütliche Wanderung oder Radtour mit Freunden.

copyright: Petar Loncar

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liftuup: Achtest du auch explizit auf deine Ernährung? Trainierst du dabei bereits in der Vorbereitung die Kalorienzufuhr unter Belastung, so wie es im Race-Modus ja dann auch letztendlich ablaufen wird?

Michael: In Bezug auf das Rennen versuche ich, genügend Kalorien zuzuführen, um meinen Kalorienbedarf auch unter starken Belastungen weitestgehend decken zu können. Da bin ich noch am Ausprobieren, welche Lebensmittel ich auch in großen Mengen gut vertrage. Das ist nicht unwichtig zu wissen, denn ich muss ja im Rennen so etwa zwischen 5000 und 8000 kcal pro Tag zuführen. Grundlegend ernähre ich mich vegetarisch und ich versuche dabei, meinen Speiseplan sehr ausgewogen zu gestalten.

 

liftuup: Das Frühjahr ist nicht mehr weit. Bald stehen wieder vermehrt gute Flugbedingungen an. Schraubst du dann dein körperliches Training ein wenig herunter und konzentrierst dich mehr auf deine fliegerischen Fähigkeiten?

Michael: Ja, momentan ist bei uns im Allgäu noch tiefster Winter und es ist richtig kalt. Zur jetzigen Zeit fokussiere ich mich voll auf das körperliche Training. Da die Bahnen wegen Corona derzeit nicht fahren, kann ich leider auch kein Acro trainieren. Sobald es dann aber wieder ordentlich zum Fliegen geht, will ich möglichst viel wegfahren und mir verschiedene Gegenden anschauen und aus der Luft erkunden. In dieser Zeit werde ich das körperliche Training etwas zurückfahren und mehr Zeit in der Luft verbringen. Ziel ist es, bis zum Rennstart schon ca. 100 Std Airtime auf der Uhr zu haben.

 

liftuup: Ok, es steht also ein guter Flugtag an. Gehst du einfach fliegen und ballerst Kilometer oder hat dein Fliegen auch eine Art Struktur.

Michael: Struktur hat mein Flugtraining nicht. Ich versuche einfach viel Zeit in der Luft zu verbringen, Techniktraining einzubauen, verschiedene Lande bzw. Anflugtechniken zu üben und dabei bewusst auch kleine Plätze zum Einlanden anzusteuern. Ich gehe auch bewusst in schwierigen und anspruchsvollen Bedingungen fliegen – also auch dann, wenn der Wind stärker auflebt und es recht turbulent ist.

copyright: Michael Lacher

liftuup: Du hast es gerade angesprochen: Bei den X-Alps wird ja oft auch noch in Bedingungen geflogen, an denen Freizeitpiloten so wirklich gar nichts mehr in der Luft verloren haben. Wie gehst du damit um und wie bereitest du dich darauf vor?

Michael: Wie bereits erwähnt versuche ich, einfach bestmöglich auf solche Bedingungen vorbereitet zu sein. Das heißt ich fliege im Alltag auch dann, wenn es sich eher unangenehm anfühlt und schwierige, suboptimale Bedingungen herrschen. Ich denke das bringt mir sehr viel für das eigentliche Rennen. Ganz wichtig ist mir dabei, keine unnötig hohen Risiken einzugehen. Klar, die Grenzen verschwimmen bei so einem Wettbewerb ganz automatisch ein wenig – das bringt ja ein solches Format mit diesem hochkarätigen Teilnehmerfeld von Natur aus mit sich. Aber ich will definitiv nichts im Übermaß herausfordern oder ausreizen. Im Grunde will ich mein bisheriges Risikomanagement beim Fliegen wie bisher beibehalten. Damit habe in den letzten Jahren sehr gute Erfahrungen gemacht.

copyright: Michael Lacher

liftuup: Welche Bedeutung kommt deiner Meinung nach der mentalen Stärke eines Athleten zu. Arbeitest du diesbezüglich auch an dir?

Michael: Mentale Stärke ist meiner Meinung nach ein wirklich wichtiger und nicht zu unterschätzender Punkt. Hier kann man echt noch einiges aus sich herausholen. Ich selbst arbeite viel an mir selbst, an meiner mentalen Stärke. Ich muss schon zugeben, dass ich ab und an mal ein wenig nervös werden kann, wenn die Dinge nicht so laufen, wie ich mir das vorgestellt habe – vielleicht ist das eine kleine Schwäche von mir. Aber genau da setzt die Arbeit gemeinsam mit meinem Team an. Wir spielen alle möglichen Szenarien durch, die sich so ereignen könnten und versuchen sie zu visualisieren – auf diese Weise können wir bereit im Voraus diverse Strategien für den Umgang damit erarbeiten. So können wir im eigentlich Rennen dann teamintern schnell reagieren, gemeinsam Lösungen finden und vernünftige Entscheidungen treffen.

 

liftuup: Die finale X-Alps Route der 2021er Ausgabe wurde noch nicht bekannt gegeben. Wirst du nach Bekanntmachung gewissen Streckenabschnitte auch vor Ort scouten oder sogar abfliegen?

Michael: Wenn die Strecke bekanntgegeben wurde, werde ich sicherlich Abschnitte, auf denen ich mich nicht allzu gut auskenne, anschauen und im besten Fall auch mal abfliegen – falls bis dahin das Reisen wieder normal möglich sein wird. Das ist mir wichtig. Klar, im Bewerb zeigt sich das Ganze mit den dann vorherrschenden Bedingungen meistens nochmal von einer anderen Seite. Aber ich finde es schon ziemlich hilfreich, wenn man zumindest mal in der Gegend war das Gebiet ein wenig kennt.

 

liftuup: Wie bereits in den letzten Jahren, so hat auch die diesjährige Ausgabe des Abenteuer-Rennens einen Prolog; quasi ein kleines Rennen vor dem großen Rennen. Den besten drei Athleten winkt ein zusätzlicher „Night-Pass“ wohingegen Athleten, die den Prolog nicht finishen, mit einer Zeitstrafe belegt werden. Wie stehst du zu dem Prolog? Was wird deine Taktik dafür sein?

Michael: Ich denke der Prolog ist eine ganz nette Show. Mir persönlich ist es allerdings wichtig, dass ich mich beim Prolog körperlich nicht komplett zerstöre. Klar, es geht um einen zusätzlichen „Night-Pass“; aber wenn du dich körperlich zerlegst, nur um dafür eine zusätzliche Nacht laufen zu können, in der du dich quasi noch mehr kaputt machst, dann kann das auch echt nach hinten los gehen. Das muss man sich schon genau überlegen, denn Schlaf ist einfach super wichtig – gerade während solch hoher körperlicher und mentaler Belastungen. Zu Beginn des Rennens kann man sich einfach zu viel kaputt machen; beispielsweise, wenn man deutlich überpaced. Ich werde also den Prolog mit Bedacht angehen. Fühle ich mich dann gut und so richtig im Rennen angekommen, werde ich natürlich auch in gesundem Maße pushen, das ist klar.

 

liftuup: Steht dein Support Team schon fest? Wer hat welche Aufgaben im Team?

Michael: Ja, mein Team steht schon fest. Es besteht aus langjährigen Freunden, die selbst auch fliegen. Ich kann mich in meinem Team wirklich blind auf jeden verlassen. Die einzelnen Aufgaben sind grob durchstrukturiert, wobei sich dahingehend sicherlich noch einiges verschieben und konkretisieren wird. So fährt beispielsweise ein Team-Member das Versorgungsfahrzeug und kümmert sich um die Verpflegung. Einer aus dem Team unterstütz mich beim Treffen taktischer Entscheidungen und einer begleitet mich beim Hiken bzw. den langen Fußmärschen – wobei gerade bei den Laufparts auch mal durchgewechselt wird. Mit meinem Team bin ich jedenfalls bereits jetzt sehr zufrieden.

 

liftuup: Hast du Sponsoren, die dich bei deiner X-Alps Teilnahme unterstützen?

Michael: Ja, Sponsoren habe ich und ich bin mega glücklich und dankbar, dass ich durch sie unterstützt werde. Ohne die Sponsoren wäre ein solches Projekt alleine schon finanziell gar nicht möglich. Im Einzelnen sind meine Sponsoren:

  • Hymer stellt mir ein Wohnmobil als Versorgungsfahrzeug für das Rennen zur Verfügung
  • La Sportiva ist mein Partner in Sachen Bekleidung und Schuhwerk
  • Von ADVANCE beziehe ich meine Flugausrüstung
  • Julbo versorgt mich mit Sonnenbrillen
  • Basisrausch supportet mich mit Flieger-Handschuhen
  • Die passenden Socken für lange Märsche erhalte ich von Wrightsock
  • Auch die Firma Möbel Böck und Oberstdorf Tourismus unterstützen mich tatkräftig bei meinem Projekt

Ich hätte sogar noch einen Sponsoren-Platz frei. Also, liebe Interessenten da draußen, ihr dürft euch gerne bei mir melden (lacht).

 

liftuup: Michael – Hand auf’s Herz: Was ist dein Ziel für deine Teilnahme bei den Red Bull X-Alps 2021? Einfach Spaß haben, Erfahrung sammeln und das persönlich Beste geben? Oder schielst du doch ein wenig in Richtung Floß?

Michael: (Lacht). Naja, das wichtigste Ziel ist erst einmal, gesund zu bleiben und sich nicht vorzeitig körperlich oder mental abzuschießen. Klar, es ist ein Rennen: Auch für mich ist es wichtig, gut zu performen und eine gute Zeit hinzulegen – ich bin Sportler und Wettkämpfer, dementsprechend ambitioniert bin ich auch. Aber vor allem geht es für mich darum, eine geiles Abenteuer zu erleben und viele einzigartige Erlebnisse mitzunehmen; die Endplatzierung ist da eher zweitranging und diesbezüglich habe ich auch keine konkreten Vorstellungen. Ich will einfach gut durchkommen und wenn wirklich alles gut laufen sollte, liebäugle ich natürlich auch damit, ins Ziel zu kommen und auf dem Floß zu landen. Ich freue mich einfach wahnsinnig auf das Rennen!

 

liftuup: Meine Leser und ich bedanken uns ganz herzlich bei dir für dieses Interview. Einfach spitze, dass du uns so tiefe Einblicke in deine persönliche X-Alps Vorbereitung gewährt hast. Wir wünschen dir für das Rennen stets das entscheidende Quäntchen Aufwind unter dem Flügel und natürlich immer ein gutes Händchen für all die schwierigen Entscheidungen, die du auf deinem langen Weg nach Monaco treffen wirst. Bleib‘ gesund! Wir fiebern mit dir!

 

copyright: Adi Geisegger

An einem Sponsoring von Michael interessiert? Dann kannst du Michael direkt hier kontaktieren! Alternativ kannst du mit mir Kontakt aufnehmen – ich leite entsprechende Anfragen direkt an Michael weiter.

 

!! ACHTUNG Bildrechte !!

Alle im Text verwendeten Bilder unterliegen den alleinigen Bildrechten der in den jeweiligen Bildunterschriften genannten Urheber. Weitere Infos unter:

WOWschau #01: Der Reiz des Sinnlosen

ulligunde.com – Blogbeitrag: „Der Reiz des Sinnlosen (Stopselzieher-Jubigrat-Fly)“

 

Ulligunde (p)lauscht. Der Podcast von Gastgeberin Erika Dürr ist lange kein Geheimtipp mehr, sondern längst eine feste Größe in der Berg- und Alpinsportszene. In ihrem Pod(Cast)Bus unterhält sich Erika in heimeliger Atmosphäre mit hoch interessanten Menschen und Persönlichkeiten, die allesamt eines gemeinsam haben: „Berge im Kopf“!

Erika ist aber nicht nur selbst passionierte Kletterin und Alpinistin, sondern auch begeisterte Gleitschirmpilotin; da liegt es natürlich nahe, dass neben Seil und Steigeisen auch immer öfter der Gleitschirm in Erika’s Tourengepäck wandert.

Dass Erika aber nicht nur mit angenehmer Stimme ihre Podcast-Folgen moderieren, sondern darüber hinaus auch richtig toll schreiben kann, zeigt sie in ihren „Geschichten vom Berg.“ Hier nimmt sie uns Leser ganz hautnah und authentisch mit auf ihre großen und kleinen Abenteuer am Berg und am Gleitschirm. Besonders gut gefällt mir persönlich der Tourenbericht „Der Reiz des Sinnlosen (Stopselzieher-Jubigrat-Fly).“ Dabei zieht mich irgendwie schon der Titel magnetisch an, erkenne ich in ihm doch eine auffallende Parallele zu mir selbst: Ich träume oft von Flügen und fliegerischen Projekten, die zwar im Grunde völlig sinnbefreit sind – aber eben geil!

Also klicke ich auf den Beitragstitel und beginne zu schmökern; und das entpuppt sich als spannend, beeindrucken, lustig und unterhaltsam zugleich – eine perfekte Entertainment-Mischung also, die uns die Autorin da aufbietet. Ganz besonders sympathisch: Die Verfasserin nimmt sich trotz all des erzählerisch dargebotenen Abenteuers und Berg-Spirits selbst nicht allzu zu ernst.

Bei Beschreibungen wie „12 Stunden nach Aufbruch in Ehrwald warteten jetzt nur noch 700 Höhenmeter Abstieg (…)“ kann ich als Mittelgebirgs-Sportler natürlich nur ehrfürchtig und applaudierend den imaginären Respekt-Hut ziehen.

 

Danke für diesen Beitrag, Erika!

 

Und jetzt, liebe Pilotinnen und Piloten: Viel Spaß beim Lesen und beim anschließenden Schmieden eurer eigenen Hike  & Fly Pläne 🙂

copyright: ulligunde.com